Samstag, 28. Mai 2016

Bei Verdun gefallener Soldat 99 Jahre nach seinem Tod beigesetzt

Einen Tag vor den deutsch-französischen Gedenkfeiern in Verdun ist ein deutsches Opfer des Ersten Weltkriegs in Nordfrankreich beigesetzt worden.

Soldaten bei Verdun.
Soldaten bei Verdun.

Die Überreste des Soldaten Hans Winckelmann wurden am Samstag neben dem Grab seines ebenfalls bei Verdun gefallenen Bruders Karl auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Romagne-sous-Montfaucon begraben.

Nach Angaben des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge war der aus Ratzeburg in Schleswig-Holstein stammende Hans A.W. Winckelmann wahrscheinlich am 20. August 1917 gefallen.

Seine Überreste wurden im März 2014 bei Forstarbeiten gefunden. Der örtliche Ex-Gendarm Pierre Lenhard setzte sich in einem Brief an die frühere deutsche Botschafterin in Frankreich dafür ein, dass Hans Winckelmann an der Seite seines Bruders beigesetzt werden konnte.

An der Zeremonie in Romagne-sous-Montfaucon nahe Verdun nahmen mehrere hundert Menschen teil, darunter auch der deutsche Botschafter Nikolaus Meyer-Landrut und Jugendliche aus Ratzeburg. Die Jugendlichen verlasen Briefe von Weltkriegssoldaten, zwei von ihnen trugen schließlich den kleinen Sarg Winckelmanns zu Grabe.

Gedenken am Sonntag 

Am Sonntag gedenken die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Francois Hollande der Schlacht um Verdun vor 100 Jahren. Die beiden Politiker werden unter anderem einen deutschen Soldatenfriedhof, das Rathaus der ostfranzösischen Stadt Verdun und die Gedenkstätte für die Opfer der wohl bekanntesten Schlacht des Ersten Weltkriegs besuchen.

Höhepunkt der Veranstaltungen ist eine Zeremonie am Beinhaus von Douaumont, in dem die Knochen von 130.000 während der Kämpfe getöteten deutschen und französischen Soldaten ruhen. Die 300 Tage dauernde Schlacht im Jahr 1916 mit mehr als 300.000 Toten gilt als Sinnbild für die Grausamkeit des Ersten Weltkriegs.

apa/dpa

stol