Ein Patient, der in Cadore (Belluno) von einer infizierten Zecke gestochen wurde, musste kürzlich in der Folge in einem Südtiroler Krankenhaus wegen FSME behandelt werden. <BR /><BR />Laut der verantwortlichen Leiterin des Betrieblichen Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit, Dr. Livia Borsoi, hat der Sanitätsbetrieb eine Kampagne gestartet, an der viele Hausärzte teilgenommen haben. Auch Hausärzte in Südtirol verabreichen die FSME-Impfung – neben den Hygienediensten. Borsoi rät zur Impfung. „Man sollte sich schützen.“<BR /><BR /><b>Impfung gegen FSME auch bei Hausärzten möglich</b><BR /><BR /> Wer in den Hygienediensten keinen Termin bekomme, sollte sich an die Hausärzte wenden. Zuletzt war es im Hygienedienst in Bozen schwierig gewesen, einen Impftermin zu erhalten – ab nächste Woche soll dies wieder leichter möglich sein. Die FSME-Impfung ist kostenlos für alle Bürger in Südtirol, sagt Borsoi. Die Impfung werde gut toleriert. „Die Nebenwirkungen sind minimal: Schmerzen an der Impfstelle, manchmal Müdigkeit und eher selten Fieber“, erklärt Borsoi. Diese Impfung werde außerhalb von Südtirol bereits seit 30 Jahren verabreicht. Deshalb gebe es auch langjährige Daten über die Verträglichkeit und die Wirkung der Impfung.<BR /><BR /><b>FSME-Fälle in Österreich steigen sprunghaft an</b><BR /><BR />Der FSME-Fall in Cadore erinnere daran, wie wichtig die Impfung ist, meint Borsoi. Gerade wenn man im Urlaub ist, denke man nicht an Krankheit. „Viele Südtiroler fahren nach Österreich oder Deutschland, um Bekannte oder Verwandte zu treffen. In Österreich ist das Virus viel verbreiteter als bei uns. Dort ist die Bevölkerung großteils geschützt.“ Zwar gebe es inzwischen viel weniger FSME-Fälle in Österreich. „Das bedeutet aber nicht, dass das Virus dort weniger vorhanden ist“, betont Borsoi. <BR /><BR />In Österreich ist die Zecken-Saison voll im Gange: Von Mitte Mai bis Mitte Juni stiegen die heurigen FSME-Fälle von vorher 2 sprunghaft auf 27 an. Im Vorjahr hatte es laut APA im gleichen Zeitraum 15 Erkrankungen gegeben. Bei den FSME-Zahlen ist in den vergangenen 10 Jahren ein Trend nach oben zu erkennen. Waren es 2012 noch 52 Erkrankungen, so kam es 2020 im ersten Pandemiejahr durch mehr Urlaube in Österreich zu einem Rekordjahr mit 216 Fällen. 2021 waren es dann 128 FSME-Erkrankungen – ebenfalls ein Wert über dem langjährigen Mittel, schreibt die APA. <BR /><BR />Oft merken Bürger nicht, dass sie von einer Zecke gestochen wurden. Die Symptome ähneln dann einer Sommergrippe. Nach einer symptomfreien Zeit von etwa einer Woche können dann neurologische Folgen auftreten wie Hirnhautentzündung. Auf eine Lyme-Borreliose hingegen deutet ein seltsamer roter Fleck nach dem Wandern hin.<BR /><BR />Kann man sich den Fleck nicht erklären, sollte man diesen von einem Hausarzt abklären lassen, rät Borsoi. „Die Borreliose kann zu neurologischen Schäden führen. Dann spricht man von einer Neuroborreliose. Diese Schäden können bleibend sein. Eine Impfung gegen die Borreliose gibt es nicht.“ Wird sie rechtzeitig erkannt, gebe es aber eine Antibiotika-Therapie.<BR />