<BR /> Der 34-jährige Benno Neumair erwürgte am 4. Jänner 2021 seine Eltern, Laura Perselli und Peter Neumair, anschließend lud er die Leichen in sein Auto und warf sie in die Etsch. Nun wird er vom Gefängnis in Verona in jenes von Padua verlegt. Dort wird er die lebenslange Haftstrafe verbüßen, wie sie vom Kassationsgericht mit rechtskräftigem Urteil wegen Doppelmordes bestätigt wurde. Das Gericht stellte zudem seine volle Schuldfähigkeit fest.<h3> In Padua soll Neumair arbeiten dürfen</h3>Während der Verbüßung seiner lebenslangen Haft kann er arbeiten. So soll er in Padua in den Konditoreiwerkstätten der Genossenschaft Giotto tätig werden oder in der Fahrradwerkstatt arbeiten. Auch ein Einsatz im CUP (Zentrale Terminvergabe) des Krankenhauses von Padua ist nicht ausgeschlossen.<BR /><BR />Neumair erdrosselte seine Eltern in der Familienwohnung in Bozen mit einem Kletterseil und warf sie in die Etsch. Seine Schwester Madé Neumair bemerkte die ersten Widersprüche in den Aussagen ihres Bruders und schlug Alarm. Vier Tage später entdeckte man einen Blutfleck am Geländer der Ischia-Frizzi-Brücke in Bozen. Lauras Leiche wurde am 6. Februar gefunden, jene von Peter erst am 27. April in Trient. In der Zwischenzeit hatte Benno bis zu seiner Festnahme versucht, die Ermittlungen durch verschiedene Täuschungsmanöver in die Irre zu führen. Ein Geständnis legte er erst nach dem Fund der Leiche seiner Mutter ab.<h3> „Kein bisschen verändert“</h3>Nach seiner Verhaftung wurde er in das Gefängnis Montorio in Verona überstellt, wo er mehrere Jahre blieb. Nach einem Jahr Einzelhaft erhielt er zuletzt die Erlaubnis, anderen Häftlingen Schachunterricht zu erteilen. Etwa einmal im Monat darf er zwei Tanten treffen, die sich zu diesen Gesprächen bereit erklärt haben. Keinen Kontakt gibt es hingegen zu seiner Schwester, die in Deutschland lebt und dort als Ärztin arbeitet.<BR /><BR />„Er hat sich kein bisschen verändert“, berichten Personen, die Benno Neumair im Gefängnis Montorio in Verona getroffen haben. Er werde weiterhin als sehr selbstsicher und keineswegs demütig beschrieben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Verlegung nach Padua auch Teil eines psychologischen Aufarbeitungsprozesses ist, der durch Arbeit und Studium unterstützt werden soll.