Gutachten soll auch klären, welchen Einfluss die Präparate zum Muskelaufbau auf die Psyche gehabt haben könnten. <BR /><BR /><BR /><BR />In seinem Geständnis im Februar hatte Benno Neumair erkärt, dass er den Mord an seinen Eltern Peter Neumair und Laura Perselli im Affekt begangen habe. Die Fahnder wollen aber eine Reihe von Hinweisen zusammengetragen haben, wonach der 30-Jährige in der Folge versucht habe, die Tat zu vertuschen. Was also?<BR /><BR />Zur Klärung dieser Frage wird ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Es soll beurteilen, ob Benno Neumair zum Zeitpunkt der ihm angelasteten Taten einsichts- und willensfähig war bzw. ob seine Zurechnungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sein könnte. Das Gutachten soll also auch Klarheit schaffen, ob Benno Neumair sich möglicherweise während des eingeräumten Doppelmordes gar nicht bewusst war, was er tat, in der Folge jedoch wieder bewusst Schritte gesetzt haben könnte, um die Ermittler zu täuschen. <BR /><BR />Auch soll durch die Expertise festgestellt werden, ob Benno Neumair imstande ist, einem Strafverfahren zu folgen. Und schließlich, ob er als gefährlich einzustufen sei bzw. ob die Gefahr bestehe, dass er Straftaten begehen könnte – mit Berücksichtigung des Aspektes, ob dies durch eine entsprechende Therapie verhindert werden könnte.<BR /><BR /><BR /><b>Aussagen der Schwester</b><BR /><BR />Ein besonderes Augenmerk werden die gestern vereidigten Amtssachverständigen Dr. Eraldo Mancioppi, Marco Samory und Isabella Merzago auf mögliche Auswirkungen von Anabolika auf die Psyche richten. Benno Neumairs Schwester Madé Neumair, die dem Beweissicherungsverfahren gestern beiwohnte, soll den Ermittlern erzählt haben, wie sich das Verhältnis zu ihrem Bruder vor rund 10 Jahren zu trüben begonnen habe. Damals habe dieser die Welt des Bodybuildings für sich entdeckt und sich verändert. Ihr gegenüber habe Benno Neumair den Konsum von Anabolika bestritten; Madé Neumair soll den Ermittlern aber berichtet haben, dass sie auch einmal Spritzen im Bad gefunden habe. <BR /><BR />Sollten die Ermittlungsergebnisse die Einnahme von Anabolika bestätigen und die Gutachter feststellen, dass dadurch ein psychischer Krankheitsverlauf bedingt bzw. verschlechtert wurde – mit der Folge einer teilweisen oder völligen Unzurechnungsfähigkeit –, würde sich dies entscheidend auf den weiteren Verfahrensverlauf bzw. im Falle eines Schuldspruchs strafmildernd auswirken. <BR /><BR /><b>So geht es weiter</b><BR /><BR />Auch der Zeitplan für die Gutachten ist festgelegt. Am 6. April werden die insgesamt 11 Sachverständigen Benno Neumair im Bozner Gefängnis aufsuchen, einige werden über Video zugeschaltet. Um ihre Gutachten abzufassen, haben sie 60 Tage Zeit. Am 8. Juni geht das Beweissicherungsverfahren dann in die Endphase: Dabei werden die 3 Amtssachverständigen und die 3 Gutachter des Staatsanwaltes Richterin Carla Scheidle ihre Erkenntnisse erläutern, an einem folgenden Termin sind dann die restlichen Parteiengutachter an der Reihe. <BR /><BR /><BR />