Freitag, 10. Dezember 2021

Benno Neumair: Verteidigung kämpft für ein verkürztes Verfahren

Die Vorverhandlung gegen Benno Neumair vor Richter Emilio Schönsberg hat begonnen. Der 30-Jährige hatte gestanden, seine Eltern Peter und Laura am 4. Jänner dieses Jahres erdrosselt und in die Etsch geworfen zu haben. Nun entscheidet sich, ob gegen Neumair ein Hauptverfahren eingeleitet wird, das im Sinne der Anklage vor einem Schwurgericht abzuhalten ist. Die Verteidigung will dafür kämpfen, dass ihrem Mandanten ein verkürztes Verfahren zugestanden wird.

Benno Neumair sitzt im Bozner Gefängnis.   Bald entscheidet sich, ob er sich vor einem Schwurgericht verantworten muss.
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Benno Neumair sitzt im Bozner Gefängnis. Bald entscheidet sich, ob er sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. - Foto: © privat
Bei diesem Verfahrensritus, der im Rahmen der Vorverhandlung abgewickelt werden kann, entscheidet der Richter rein anhand der bereits vorliegenden Aktenlage bzw. nach Anhörung weniger Zeugen, aber ohne detaillierte und ausführliche Beweisaufnahme.

Der Vorteil für den Angeklagten: Im Fall einer Verurteilung ist ihm die Reduzierung des Strafmaßes um ein Drittel sicher. Benno Neumair droht – bei einem Schuldspruch im Sinne der Anklage – in einem ordentlichen Verfahren vor einem Schwurgericht lebenslange Haft. Deshalb wollen seine Verteidiger Flavio Moccia und Angelo Polo alles daran setzen, den Richter zu überzeugen, dass ein verkürztes Verfahren doch möglich ist.

Die Vorverhandlung hatte vertagt werden müssen, da über Benno Neumair eine Corona-Quarantäne verhängt worden war.

Eine umfassende Chronologie des Falles finden Sie hier.

stol