Der psychologische Beratungs- und Betreuungsdienst wurde telefonisch und online per Videokonferenz durchgeführt. Dennoch kam es zu leichten Rückgängen bei der Beratung: So wurden im Vorjahr 23.733 psycho-pädagogische Gespräche geführt, 7 Prozent weniger als im vorhergehenden Jahr. <BR /><BR />Bei 12.550 Gesprächen ging es um Probleme von Einzelpersonen. Auch die Anzahl der Beratungen bei Beziehungsproblemen ist im Jahr 2020 zurückgegangen (minus 14,8 Prozent). Im Vergleich zu 2019 ist der Anteil der angeforderten Beratungen bei Familienproblemen um 14 Prozent gesunken.<BR /><BR />Während auch die Gespräche wegen Depressionen (minus 6,2 Prozent) und psychosomatischer Störungen (minus 21,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr rückläufig waren, haben jene wegen Essstörungen, insbesondere Anorexie und Bulimie (plus 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr) zugenommen. Mehr als die Hälfte der Gespräche bei Problemen von Einzelpersonen betreffen Trennung, Ängste und Phobien. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen, auch 2020 (plus 517).<BR /><BR /><b>Gespräche wegen sexuellen Missbrauchs deutlich gestiegen</b><BR /><BR />Im Jahr der Pandemie sind die Gespräche wegen sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Mädchen (plus 64 Prozent) und Frauen (plus 117 Prozent) deutlich gestiegen. Die gestiegene Anzahl der Gespräche lässt sich unter anderem auf die größere Komplexität einiger Situationen zurückführen, heißt es im Bericht der ASTAT. <BR /><BR />Und weiter: „Es sollte jedoch immer bedacht werden, dass die Veränderungen in Bezug auf die Daten zur Gewalt auch auf eine gestiegene Sichtbarkeit infolge einer erhöhten Sensibilisierung diesem Phänomen gegenüber zurückzuführen sein können.“<BR /><BR />Der gesundheitliche Notstand hat sich aber auch ganz allgemein auf die Beziehungen von Paaren ausgewirkt; im Vergleich zu 2019 ist die Anzahl der Gespräche wegen Trennung und Scheidung um 6,5 Prozent gestiegen.<BR /><BR />Mehr als 90 Prozent der Betreuten sind italienische Staatsbürger, die restlichen 10 Prozent ausländische Staatsbürger, was in etwa auch ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. „Es gibt also keine Unterschiede zwischen italienischen und ausländischen Staatsbürgern hinsichtlich der Bereitschaft, sich an die Beratungsstellen zu wenden“, folgert man beim ASTAT.<BR /><BR />