Montag, 08. Februar 2021

Bergamo plant Wald in Erinnerung an Covid-Opfer

Fast ein Jahr nach Ausbruch der ersten Coronavirus-Fälle in Italien plant die norditalienische Stadt Bergamo einen Wald in Erinnerung an die Covid-19-Opfer. 750 Bäume sollen gepflanzt werden. Der Wald ist auf einem Gelände unweit des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII geplant, in das am Höhepunkt der Epidemie in Italien Hunderte Covid-Patienten täglich eingeliefert wurden.

Der Wald solle zu einem lebendigen und symbolischen Ort werden, den alle Bürger genießen können, so die Architektin Paola Cavallini. (Symbolbild)
Der Wald solle zu einem lebendigen und symbolischen Ort werden, den alle Bürger genießen können, so die Architektin Paola Cavallini. (Symbolbild) - Foto: © Shutterstock
Der erste Baum soll am 18. März gepflanzt werden und zwar anlässlich des ersten nationalen Gedenktags an die Covid-19-Todesopfer in Italien. Der 18. März wurde gewählt, weil an diesem Tag italienische Medien Bilder von Militär-Lastwagen gezeigt hatten, die vom Friedhof der lombardischen Stadt Bergamo Dutzende Särge von Covid-19-Todesopfern zu den Krematorien anderer Regionen brachten. Tagelang war wegen der hohen Totenzahl die Lagerkapazität der Leichenhalle in Bergamo ausgeschöpft gewesen.

„Bergamo war die italienische Stadt, die am stärksten von der ersten Welle der Coronavirus-Epidemie betroffen war. Es geschah plötzlich, als sich keiner von uns so etwas vorstellte. Wir zählten allein in der Stadt fast 700 Opfer, 6000 in der gesamten Provinz. Dieser Wald wird uns helfen, uns zu erinnern und weiter als Gemeinschaft zusammenzuwachsen“, sagte der Bürgermeister von Bergamo, Giorgio Gori.

„Der Wald soll zu einem lebendigen und symbolischen Ort werden“

Das Projekt umfasst die Pflanzung von 130 Obst- und 70 Waldbäumen sowie 90 kleineren Bäumen und Sträuchern. Entlang der Gehwege werden Sitzplätze errichtet, damit Menschen, die den Wald besuchen, rasten und innehalten können. Mehrere Verbände der Region sollen die Pflege des Waldes übernehmen.

„Der Wald soll zu einem lebendigen und symbolischen Ort werden, den alle Bürger genießen können“, sagte die Architektin Paola Cavallini, die mit dem Agronomen Roberto Reggiani an dem Projekt gearbeitet hat. Um einen Teil der Kosten für die Bepflanzung des Waldes zu decken, wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

„Um dieses Projekt durchführen zu können, brauchen wir die Hilfe aller: Bürger, Unternehmen, Verbände. Jeder Beitrag wird es uns ermöglichen, aus diesem Wald einen lebendigen Ort der Erinnerung für all jene zu machen, die einen geliebten Menschen verloren haben“, so der Initiator des Projekts, Marco Boschini.

apa