Der 53-jährige Lananer Bergretter Peter Josef Nicolussi stürzte vor den Augen seiner Bergkameraden in der berüchtigte Pallavicini-Rinne in den Tod.Die Südtiroler Gruppe, bestehend aus Peter Josef Nicolussi, zwei weiteren Bergrettern und zwei Frauen reiste am Samstag nach Kals in Osttirol. Sie fuhren zum Lucknerhaus (1920 Meter), wo sie das Auto abstellten. Die Gruppe stieg dann zur Stüdlhütte (2802 Meter) auf, in der sie im Winterraum übernachtete.Bei prachtvollem Wetter und idealen Verhältnissen erreichten die fünf Südtiroler Bergsteiger Sonntag früh über den Stüdlgrat den Gipfel des Großglockners (3798 Meter). Sie erreichten das Gipfelkreuz über den Normalanstieg.Beim Abstieg nahm einer der Männer die beiden Frauen ans Seil. Die beiden anderen Bergretter stiegen nicht angeseilt ab.Schneewächte gab nachAuf der Glocknerscharte zwischen dem Großglockner und dem Kleinglockner (3770 Meter) geschah das tragische Unglück: Peter Josef Nicolussi, er ging nicht am Seil, trat auf eine Schneewächte, die plötzlich unter ihm nachgab und brach.Der 53-jährige Lananer Bergretter hatte keine Chance. Der erfahrene Bergsteiger stürzte im freien Fall in die 800 Meter lange Pallavicini-Rinne, die in den Pasterzen-Gletscher (Kärnten) mündet. Sie ist eine der steilsten Rinnen, die es in den Alpen gibt.Rund 600 Meter unterhalb der Glocknerscharte blieb Peter Josef Nicolussi tödlich verletzt liegen.Seine geschockten Bergkameraden, die den Todessturz mit ansehen mussten, ohne helfen zu können, setzten mit dem Mobiltelefon einen Notruf ab.Von Matrei in Osttirol aus startete sofort der Rettungshubschrauber Martin 4 mit dem Notarzt und dem Flugretter. Sie konnten für Peter Josef Nicolussi nichts mehr tun. Der 53-jährige war seinen schweren Verletzungen erlegen.Der Leichnam des Lananer Bergretters wurde auf Kärntner Seite von einem Hubschrauber ins Tal gebracht. Die vier Bergkameraden stiegen aus eigener Kraft zur Stüdlhütte ab. Dort wurden sie von der Osttiroler Bergrettung erwartet, die sie zum Lucknerhaus begleitete.Ein Kriseninterventionsteam aus Lienz betreute die geschockten Bergsteiger. Die Alpinpolizei war bis zum Abend mit den Ermittlungen vor Ort befasst.ehr/D____________________________________________________________________________Lesen Sie darüber auch in der Montag-Ausgabe der Tageszeitung „Dolomiten“.