Samstag, 26. August 2017

Bergsturz: Suche nach Vermissten eingestellt

Nach dem erneuten Murenabgang am Freitagnachmittag im Val Bondasca in der Schweiz, der das Dorf Bondo erreicht hat, haben am Samstag in gewissen Teilbereichen die Sicherungsarbeiten wieder begonnen. Die Suche nach den acht Vermissten hingegen werde aufgegeben, sagte am Samstag Polizeisprecherin Sandra Scianguetta.

Im Bild: Das Dorf Bondo nach dem Murenabgang am Freitag.
Im Bild: Das Dorf Bondo nach dem Murenabgang am Freitag. - Foto: © APA/AFP

Nach dem Felssturz und dem Murenabgang vom Mittwoch hatte am Freitag ein weiterer Murenabgang das Dorf im südbündnerischen Bergell erreicht. Einige Bewohner, die kurz zuvor vorübergehend zu ihren Häusern gelassen worden waren, mussten erneut in Sicherheit gebracht werden.

Verletzte gab es bei diesem Murenabgang nicht. Glimpflich verlief der Abgang eines Wasserschwalls gegen 21.00 Uhr, wie Rüegg zu Radio SRF sagte. Im Vergleich zu den Ereignissen davor sei der Wasserschwall aber „nicht relevant“.

Weitere Abgänge möglich

Der Geologe Andreas Huwiler vom Graubündner Amt für Wald und Naturgefahren schloss weitere Murenabgänge nicht aus. „Die größte Gefahr ist, wenn es in der Gegend mehrere Tag lang heftig regnet oder gewittert“, sagte er der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Unter diesen Umständen rechnen wir mit weiteren Murgängen.“

Am Mittwochvormittag hatte sich eine gewaltige Felsmasse vom 3.369 Meter hohen Piz Cengalo, der an der Grenze zu Italien steht, gelöst. (STOL hat berichtet) Vier Millionen Kubikmeter Gestein donnerten ins Val Bondasca, einem Seitental des unteren Bergells.

Suche nach Vermissten eingestellt

Die Einsatzkräfte in der Schweiz stellten am Samstagmittag ihre Suche nach acht verschollenen Bergwanderern nach dem Bergsturz bei Bondo ein.

„Man hat alles Mögliche ausgeschöpft, um diese Vermissten zu finden“, sagte Polizeisprecherin Sandra Scianguetta von der Kantonspolizei Graubünden in Chur am Samstag. „Man hat jetzt entschieden, dass die Suche nach den Vermissten aufgegeben wird.“

Kein Lebenszeichen von den Wanderern

Von den vier Deutschen, zwei Österreichern und zwei Schweizern fehlt jedes Lebenszeichen, seit sie am Mittwoch von dem Felssturz am 3.369 Meter hohen Piz Cengalo überrascht wurden. Mehr als 100 Rettungskräfte suchten das Tal, das sich vom Piz Cengalo nach Bondo schlängelt, nach Spuren der Bergwanderer ab. 

Im betroffenen Gebiet ist mit weiteren Felsabbrüchen und Murenabgängen zu rechnen. Die Polizei ging davon aus, dass die Vermissten von den herabstürzenden Felsmassen erfasst worden sind.

apa/sda/dpa

stol