Donnerstag, 30. März 2017

Bericht: Jugend zunehmend vernachlässigt und gemobbt

Auch in Südtirol werden Kinder und Jugendliche zunehmend vernachlässigt, ausgegrenzt und gemobbt. Sie erleben sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) hat ihren Bericht zum Bezugsjahr 2016 vorgelegt.

Badge Local
Foto: © shutterstock

Die Mitarbeiterinnen der Kija haben im vergangenen Jahr 965 Anfragen bearbeitet. Den Löwenanteil erledigten die Beraterinnen am Telefon. Es ging um Trennung, Scheidung, Fremdunterbringung, Adoption, Pflegegeld, Freizeit, Kindergarten, Schule, Mobbing, Selbstbestimmungsrecht Jugendlicher, Internet und Jugendschutz.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) wurde 2009 eingerichtet und ist eine unabhängige Ombudsstelle für Minderjährige in Südtirol. Sie wird von der Kinder- und Jugendanwältin Paula Maria Ladstätter geleitet.

Vertraulich, anonym, kostenlos

Ladstätter erklärte am Donnerstag: „Die Fälle sind meist komplex und umfangreich. Die Bearbeitung gestaltet sich aufwändig und zieht sich oft über mehrere Jahre.“ Zur Lösung brauche es Einzel- und Mediationsgespräche sowie Treffen mit den zuständigen Netzwerkpartner. So seien bei den von der Kija einberufenen Treffen durchschnittlich sechs bis zehn Vertreter von Behörden und Diensten anwesend.

Die Beratung ist vertraulich, anonym und kostenlos. Wenn Jugendliche keine Möglichkeit haben, zur Kija nach Bozen zu kommen, besuchen sie deren Mitarbeiter in ihren Heimatorten oder Bezirken.

_______________________________________________________________

Der Jahresbericht der Kija kann in gedruckter Variante direkt bei der Kija in der Cavourstraße 23/c in Bozen abgeholt, telefonisch unter 0471 970615 angefordert oder hier heruntergeladen werden

stol