Mittwoch, 23. September 2015

Berlusconi-Vertraute müssen in Ruby-Affäre erneut vor Gericht

Der Berufungsprozess gegen drei Vertraute des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi in der „Ruby“-Affäre um Sex mit minderjährigen Prostituierten muss neu aufgerollt werden.

Berlusconi hat es hinter sich, doch für seine Vertrauten ist der Ruby-Prozess noch nicht vorbei. - Archivbild
Berlusconi hat es hinter sich, doch für seine Vertrauten ist der Ruby-Prozess noch nicht vorbei. - Archivbild - Foto: © STOL

Dies beschloss am Dienstagabend das Kassationsgericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem. Ein entsprechender Antrag der Berlusconi-Vertrauten wurde angenommen.

Die Kassationsrichter lehnten auch den Antrag der Mailänder Staatsanwaltschaft ab, die Einspruch gegen das als zu „mild“ bewertete Urteil der Mailänder Berufungsrichter eingereicht hatte. Dieses zweitinstanzliche Urteil war im November 2014 gefällt worden.

Die Angeklagten sollen Prostitution bei den sogenannten „Bunga-Bunga“-Festen in Berlusconis Villa begünstigt und organisiert haben. Der ehemalige Nachrichten-Chefredakteur Emilio Fede wurde im November 2014 zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, die lombardische Regionalpolitikerin Nicole Minetti zu drei und der im Showbusiness aktive Manager Lele Mora zu sechs Jahren und einem Monat Haft.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, Frauen für Berlusconi „beschafft“ zu haben, darunter auch die minderjährige Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt „Ruby“.

Der 78 Jahre alte Berlusconi war ihm „Ruby“-Prozess im März letztinstanzlich von den Vorwürfen des Amtsmissbrauchs und des Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen gegen Bezahlung frei gesprochen worden. Laut Gericht war Berlusconi nicht über das Alter der Marokkanerin informiert.

In erster Instanz war der dreimalige Regierungschef noch zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter verurteilt worden.

apa

stol