In Südtirol und dem Trentino können nun einjährige Lehrgänge für Schüler organisiert werden, die das Berufsbildungsdiploms (Abschluss einer vierjährigen Ausbildung) haben, um sie auf die Abschlussprüfung vorzubereiten.Kritik kommt allerdings von der ASGB-Jugend. All jenen Lehrlingen, die sich für einen der 59 Berufe mit dreijähriger Lehrzeit entschieden haben - z.B. Bürofachkraft, Gärtner, Koch und Drucker - bleibe die Möglichkeit der Berufsmatura verwehrt.Drei schriftliche Prüfungen und ein KolloquiumDie Maturaprüfung, die an den Landesberufsschulen abgenommen wird, entspricht von der Struktur her jener der Oberschulen: Vorgesehen sind drei schriftliche Prüfungen und ein Kolloquium.Die Themen der schriftlichen Arbeiten werden in Südtirol ausgearbeitet, das Kolloquium umfasst die Präsentation einer Projektarbeit aus dem eigenen beruflichen Kontext.Das maturaführende Jahr wird im Schuljahr 2014/2015 erstmals angeboten, so Landesrätin Sabina Kasslatter Mur.Die erste Maturaprüfung an der Berufsschule könne somit im Sommer 2015 abgehalten werden.„Die Berufsbildung ist nun keine Einbahnstraße mehr und eröffnet den Jugendlichen zusätzliche Chancen. Das Bildungssystem in Südtirol wurde um einen wesentlichen Baustein erweitert und qualitativ verbessert", betont die Landesrätin.Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol begrüßt die Einführung der Berufsmatura in Südtirol. Sie sorge für „neue Perspektiven für Südtirols Jugend“.