Glaubt man den erbosten Eltern, dann geht das neue Schuljahr für die Fahrschüler mit Beeinträchtigung weiter wie das alte aufgehört hatte: Laut deren Klagen kämen Busse zu spät oder gar nicht, Kinder müssten früher aus dem Unterricht, damit der Fahrer die Route einhalten könne, die Kommunikation klappe nicht. <h3> Verspätungen und ausgefallene Fahrten</h3>Dabei ist bereits die offiziell im Amt vorliegende Mängelliste aus den wenigen Wochen mit dem neuen Konzessionär AlpinBus aus dem vergangenen Schuljahr mehrere Seiten lang – und beim Durchlesen reibt man sich verwundert die Augen.<BR /><BR />Immer wieder findet sich in diesem Dokument beispielsweise der Hinweis, die Fahrbefähigungen der Chauffeure entspreche nicht den Anforderungen. Gehäuft treten, neben Verspätungen und ausgefallenen Fahrten, auch Meldungen von ungesicherten Rollstühlen auf. <h3> Was erboste Eltern schreiben</h3>Nun nach Beginn des neuen Schuljahres sind die Klagen der Eltern erneut dieselben. Eher haben die Eltern sogar den Eindruck, das Chaos habe sich noch verschärft. So soll beispielsweise der Mutter eines beeinträchtigten Kindergartenkindes (Rollstuhl, nonverbal) von ihrem Fahrer mitgeteilt worden sein, er fahre Schüler, der Kindergarten läge gar nicht auf seiner Strecke. Einige der Nachrichten erboster Eltern, die die Redaktion dieser Tage erreicht haben, drucken wir hier ab:<BR /><BR />- „Alle Fahrdienst-Kinder sind heute im Gymme zu spät gekommen.“<BR /><BR />- „Meine Tochter wurde um 6.50 Uhr abgeholt, war aber dennoch erst um 8.20 Uhr in der Schule.“<BR /><BR />- „Bis jetzt habe ich nur italienische Fahrer gesehen, die mit meiner Tochter nicht kommunizieren können.“<BR /><BR />- „Nachdem mir der Fahrer gestern Nachmittag noch die Abholung bestätigt hat, kam dann um 21.15 Uhr die Nachricht, er darf sie doch nicht fahren.“ <BR /><BR />- „Der andere Junge auf unserer Strecke ist eine halbe Stunde zu früh vor Ort und muss alleine warten, bis jemand kommt. Dafür kommt mein Sohn zu spät.“<BR /><BR />- „Unser Fahrer, der sich vergangene Woche bei uns vorgestellt hat und die Strecke besichtigt hat, <BR />hat gestern Abend die Mitteilung bekommen, nun doch nicht für unsere Strecke eingeteilt zu sein.“<h3> Was der zuständige Landesrat sagt</h3>Der zuständige Landesrat Philipp Achammer sagt auf Nachfrage „Das Amt hat die gesetzliche Verpflichtung, den Dienst zu überprüfen und von mir die Anweisung, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, damit er verbessert wird. Die Eltern haben das Recht auf einen einwandfrei funktionierenden Schülertransportdienst“ <BR />Ein Einsehen seitens des zuständigen Amtes gibt es hingegen nicht. Dort macht man als einen der Hauptgründe der Beschwerden fehlende Begleitpersonen aus und schreibt: „Die Lebenshilfe ist bemüht, Begleitpersonen zu finden.“ <h3> Probleme werden analysiert</h3>Für die Verspätungen würden die jeweiligen Gründe analysiert. Falls sie mit der Streckenführung zu tun haben, würden diese noch optimiert. Es sei allerdings immer damit zu rechnen, dass Ursachen für die Verspätungen eintreten, auf die keine Einflussnahme möglich ist (z.B. bei Regenwetter und den daraus resultierenden Verkehrsproblemen für alle oder bei Verkehrsbehinderungen durch Straßenarbeiten). <BR /><BR />Auch „die Nichtakzeptanz des neuen Betreibers für den Fahrdienst“ führt das Amt unter den Beschwerden an und erinnert: „Das Verwaltungsgericht hat im Sommer bestätigt, dass die Vergabe rechtens war.“ Man arbeite laufend mit der Lebenshilfe, die den Begleitdienst stellt, und mit der Firma Alpinbus, die den Fahrdienst anbietet, zusammen, um die geschilderten Probleme zu analysieren und zu lösen. <BR /><BR /><b>Sachliche und ganz konkrete Hinweise können jederzeit über die E-Mail-Adresse schulfuersorge@provinz.bz.it mitgeteilt werden.</b> Jeder Fall werde angesehen, es werde gemeinsam versucht, die Situation zu verbessern, so das Amt.<h3> Stellungnahme</h3><b>„Normale Anlaufschwierigkeit“</b><BR /><BR />Laut dem Amt für Schulfürsorge wurden seit Schulbeginn „rund 15 Einzelfälle geschildert“, bei denen es Probleme gab. Verallgemeinerungen, dass Dienste nicht funktionieren, ohne auf konkrete und nachweisbare Mängel hinzuweisen, sind laut Aussendung des Amtes für Schulfürsorge „der Sache nicht dienlich und liefern ein falsches Bild vom Dienst“. Aufgrund der Komplexität der Dienstleistungen im Schülertransportwesen und unabhängig vom Betreiber habe es zu Beginn eines jeden Schuljahres bei Schülerverkehrsdiensten (auch bei jenen für Kinder mit Behinderungen) Anfangs- und Startschwierigkeiten gegeben.<Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>