Montag, 23. Februar 2015

Besorgte Bürger schreiben an Kompatscher, Achammer & Co.

Wegen der Besorgnis erregenden Anzahl von Einbrüchen und Gewaltdelikten erhalten der Landeshauptmann und der Landesrat laut "Dolomiten" immer mehr E-Mails von verängstigten und verärgerten Bürgern.

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Foto: © shutterstock

„Ich habe einfach Angst, dass irgendwelche Einbrecher kommen, alles durchwühlen und Sachen mitnehmen, während ich und meine Kinder schlafen“, schreibt eine zweifache Mutter laut "Dolomiten"-Montag-Ausgabe in einer E-Mail an Landeshauptmann Arno Kompatscher. Und sie ist offensichtlich nicht die einzige Schreiberin und Kompatscher nicht der einzige Adressat. Auch Integrationslandesrat Philipp Achammer bekommt viel Post von besorgten Bürgern. 

„Wir Südtiroler brauchen die Unterstützung von IHNEN, der Landesregierung, dem Landtag und nicht zuletzt von den Abgeordneten und Senatoren in Rom, ohne sie alle können wir als Volk nicht viel bewegen. Und ich hoffe nicht, dass Ihnen das Volk egal ist und es nur vor den Wahlen wichtig ist“, heißt es in dem Schreiben der jungen Mutter weiter.

Kompatscher bekommt seit vergangener Woche lauter E-Mails an seine öffentliche Landeshauptmann-E-Mail-Adresse. Er werde jedem einzelnen Briefschreiber antworten. „Ich nehme die Sorgen und Ängste der Menschen im Land sehr ernst. Nur weil wir nicht täglich eine Pressekonferenz abhalten, heißt das noch nicht, dass wir nicht aktiv sind“, sagt der Landeshauptmann. Er stehe ständig in Kontakt mit Regierungskommissärin Elisabetta Margiacchi und Quästor Lucio Carluccio. Allerdings könne dies von außen nicht wahrgenommen werden.

Ein weiteres Regierungsmitglied, das zwar erst seit vergangenem Samstag mit E-mails, Facebook- und Twitter-Nachrichten unter Beschuss genommen wird, ist Integrationslandesrat Philipp Achammer. „Herr Achammer. Aufwachen und Stellung nehmen zu den Vorfällen in Südtirol, anstelle unnützer Fotos ihres Lebens zu posten“, schreibt ein Bürger auf facebook.

„Der Vorwurf, den wir bekommen, ist, dass wir die Situation ignorieren würden. Aber das tun wir nicht. Die Menschen müssen wissen, dass wir ihre Sorgen und Ängste sehr ernst nehmen. Gerade bezüglich Einbrüchen und Gewalt in den Nachtstunden habe ich mich erst vor einer Woche mit Quästor Lucio Carluccio zu einer Aussprache getroffen und bekräftigt, dass besonders an den Wochenenden das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden müsse“, sagt Achammer.

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Mehr über die E-Mail-Flut an Südtirols Spitzenpolitiker lesen Sie in der Montag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol