Freitag, 27. April 2018

Bestimmen, wie Leben zu Ende gehen soll

Wie sollen Ärzte im Falle einer schweren Gehirnschädigung vorgehen, wenn ich keine Entscheidung mehr treffen kann? Was tun, wenn ich infolge einer Demenzerkrankung Nahrung oder Flüssigkeit auch mit ausdauernder Hilfe nicht mehr selbst zu mir nehmen kann? Am besten selbst Vorsorge treffen: Ab sofort können alle – nach eingehenden Informationsgesprächen mit einem Arzt des Vertrauens - ihre Patientenverfügung abfassen.

Foto: DLife
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Dies muss dann laut gesamtstaatlichem Gesetz am Standesamt der jeweiligen Wohnsitzgemeinde hinterlegt werden.

Gesundheitslandesrätin Martha Stocker, der Vorsitzende des Landesethikkomitees, Dr. Herbert Heidegger, sowie Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer und Ärztekammer-Präsidentin Dr. Monica Oberrauch schilderten im Rahmen einer Pressekonferenz die Vorteile einer gültigen Patientenverfügung. „Darin wird verbindlich für alle Ärzte festgelegt, wie ein Patient in seiner letzten Lebensphase behandelt werden will. Als oberstes Prinzip gilt die Autonomie des Patienten“, sagte Stocker.

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Mitentscheiden, wie das Leben zu Ende geht

Viele Menschen hätten den Wunsch mitzuentscheiden, wie ihr Leben zu Ende gehen solle. „Dabei ist es auch sinnvoll, eine Vertrauensperson zu benennen, die – wenn Dinge in der Patientenverfügung unklar sein sollten – im Sinne des Patienten entscheiden kann“, so Dr. Heidegger.

Ärztekammer-Präsidentin Dr. Monica Oberrauch schilderte schließlich die Vorgangsweise beim Abfassen der Verfügung in der Hausarztpraxis. „Dazu sind ein erstes Info-Gespräch, ein weiteres Beratungsgespräch und dann ein dritter Termin zur Bestätigung der Einwilligung vorgesehen“, so Dr. Oberrauch.    

D/lu

stol