„Mama, Mama, mein Mann hat einen Unfall gehabt!“, hörte Luciana eine Stimme am Telefon. Die Stimme war jene der Tochter, die Betrüger dank künstlicher Intelligenz reproduziert hatten. Die Tochter forderte von ihrer Mutter Geld für ihren Mann, der laut den Betrügern einen schweren Unfall erlitten hatte.<BR /><BR />Die zitternde Stimme der Tochter hätte jeden täuschen können. Sie wurde durch das Klonen von Stimmen gewonnen, ein Vorgang, der mit einfachen, bereits auf dem Markt erhältlichen Anwendungen durchgeführt werden kann. <BR /><BR />Mit künstlicher Intelligenz ist es möglich, den Klang und das Timbre der Stimme einer Person originalgetreu zu reproduzieren. In den Vereinigten Staaten und in Nordeuropa nutzen Betrüger bereits seit einiger Zeit Videos oder Audioaufnahmen, um die Stimme von Angehörigen der Opfer zu kopieren.<h3>Wenige Sekunden reichen, um Stimme zu klonen</h3>Die derzeit auf dem Markt befindlichen Apps sind in der Lage, glaubwürdige Stimmen selbst auf der Grundlage von nur wenigen Sekunden des Dialogs zu erstellen: Diese wenigen Sekunden reichen der künstlichen Intelligenz aus, um einen digitalen Klon der Stimme zu erstellen. <BR /><BR />Laut einer Untersuchung, die die britische Starling Bank im vergangenen Jahr bei ihren Kunden durchgeführt hat, wurde ein Drittel der Betrugsopfern mit Programmen betrogen, die auf künstlicher Intelligenz basieren.<h3> Betrüger angeklagt</h3> Am Montag gelang es den Carabinieri von Treviso dank der Mitarbeit von Luciana Gaiotto, einen 55-jährigen Mann aus Kampanien anzuklagen, der bereits einen Betrug an einer 93-jährigen Frau aus Zero Branco in der Region Venetien begangen hatte. <BR /><BR />Durch die Videoüberwachungskameras in der Gegend konnten die Carabinieri das von dem Mann benutzte Mietauto und die Unterkunft in Mira ausfindig machen, die er als Basis für die Betrügereien nutzte. In der Unterkunft wurden Schmuck und etwa 40.000 Euro Bargeld sichergestellt.