Bei den Beschuldigten handelt es sich um zehn Männer und eine Frau im Alter von 19 bis 50 Jahren. Ein Verdächtiger stammt aus Österreich, alle anderen sind rumänische Staatsbürger. Die Ermittlungen des Kriminalreferats Josefstadt und der Polizeiinspektion Otto Wagner-Platz nahmen ihren Lauf, nachdem ein Geprellter Anzeige erstattet hatte.<BR /><BR />Bei den Ermittlungen kam heraus, dass die Bandenmitglieder stets zu zweit oder zu dritt von Bukarest nach Wien gereist sind und hier Ferienwohnungen angemietet haben. Diese nutzten sie zum Wohnen, als Lager für die bestellten Waren, aber auch als Zustelladresse. Zudem sollen sie E-Mail-Adressen unter Verwendung von Wertkartenmobiltelefonen erstellt haben. Über diese wurden dann die Waren bestellt. Dabei handelte es sich etwa um Spirituosen wie Champagner oder Wein, diverse Lifestyle-Gesundheitspräparate, Lebens- und Genussmittel, Naturkosmetikprodukte, Kleidung, aber auch Energieträger.<BR /><BR />Wenn die Waren verschickt wurden, wurden sie an Abholstationen umgeleitet und schließlich von den Bandenmitgliedern abgeholt. Bezahlt wurden die Produkte nie, sondern gleich nach Bukarest gebracht, um sie dort am Schwarzmarkt zu verkaufen.<h3> Über 300 Firmen geschädigt </h3>Insgesamt konnten 13 Tatorte in Wien sowie drei weitere in Deutschland ermittelt werden. Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem 13 Datenträger beschlagnahmt und ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass 48 E-Mail-Adressen, 56 Telefonnummern unter Verwendung von Wertkartenmobiltelefonen sowie elf Benutzerkonten eines Paketzustellers verwendet worden sein sollen. Insgesamt wurden 311 Firmen geschädigt.<BR /><BR />Zwei der elf mutmaßlichen Täter konnten Beamte des Stadtpolizeikommandos Josefstadt bereits am 8. Oktober vergangenen Jahres in der Eyzinggasse im Wiener Bezirk Simmering auf frischer Tat ertappen und festnehmen. Die Pakete, die sie bei sich hatten, wurden sichergestellt. Sie wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht. Eine weitere Person wurde in Rumänien festgenommen. Nach den übrigen Tatverdächtigen wird noch gefahndet. Diese werden ebenfalls in Bukarest vermutet.