Donnerstag, 04. Juni 2020

Betrunken und „bewaffnet“: Mann in Auer verhaftet

Weil er im trunkenen Zustand mit einer echt wirkenden Waffe hantierte, wurde ein Mann aus dem Unterland verhaftet und in den Hausarrest überstellt. Von dort aus rief er die Notrufnummer 112 an, um den Diebstahl seines Fahrrads zu melden. Die angeblich Schuldigen: Die Carabinieri.

Die Gaspistole des Kalibers 4,5 ist eine Nachbildung des Modells, das James Bond verwendet.
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Die Gaspistole des Kalibers 4,5 ist eine Nachbildung des Modells, das James Bond verwendet. - Foto: © Carabinieri
Ein Carabiniere in Zivil hatte den 55-Jährigen, den die Ordnungshüter im Unterland bereits gut kennen, gegen 16 Uhr in einer Bar in Auer beobachtet.

Der Mann war bereits stark angetrunken und hantierte mit einer Pistole. Diese hatte keinen roten Stöpsel am vorderen Ende des Laufs, der normalerweise erkennen lässt, dass es sich nicht um eine echte Waffe handelt.

Daraufhin rief der Carabiniere in Zivil Verstärkung und 2 Streifenwagen rückten an, um dem Mann die scheinbar echte Waffe zu entreißen.

Erst danach stellte sich heraus, dass es sich um eine Gaspistole handelte, eine Nachbildung der deutschen Pistole „Walther PPK“, die von Agent 007 James Bond verwendet wird.

Da die Waffe zwar nicht töten, aber dennoch einiges an Schaden anrichten hätte können, wurde sie beschlagnahmt.

Der Unterlandler wehrte sich heftig gegen die Carabineri und weigerte sich strikt, in die Kaserne mitzukommen. Im Protest warf er sich gegen das Carabinieri-Auto, zerkratzte dessen Seite und riss sogar einen Seitenspiegel ab.

Nur mit Mühe schafften es die Ordnungshüter, den Mann in Handschellen zu legen und abzuführen. Er wurde angezeigt, dem Staatsanwaltschaft gemeldet und in den Hausarrest überstellt.

Doch damit war die Geschichte nicht beendet: Am späten Abend rief der Verhaftete – langsam wieder nüchtern – aus dem Hausarrest die Einheitliche Notrufnummer 112 an.

Er erklärte, die Carabinieri hätten sein Fahrrad gestohlen. Anschließend legte er auf, nur um kurz darauf wieder anzurufen. Dann wurde ihm erklärt, dass das Fahrrad nicht gestohlen, sondern bei der Gemeindepolizei Auer als verlorener Gegenstand deponiert worden war und er es gerne holen könne – sobald er aus dem Hausarrest entlassen wurde.

Am Folgetag wurde der 55-Jährige nach einer Haftprüfung auf freien Fuß gesetzt, das Urteil wegen Gewalt gegen Amtsträger, erschwerter Sachbeschädigung, dem unerlaubten Tragen eines gefährlichen Gegenstandes und Trunkenheit in der Öffentlichkeit ist noch ausständig.

liz

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