Samstag, 24. März 2018

Betrunkener Copilot kurz vor Abflug in Stuttgart gestoppt

Ein betrunkener Copilot, der kurz vor dem Abflug aus dem Cockpit geholt wurde, hat die Reisepläne von 106 Passagieren durcheinandergebracht. Der 40-jährige Portugiese hatte am Freitagabend auf dem Stuttgarter Flughafen bereits mit den Vorbereitungen für den Flug TP523 nach Lissabon begonnen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Symbolfoto
Symbolfoto - Foto: © shutterstock

Einem Mitarbeiter des Flughafens waren allerdings der unsichere Gang und der Alkoholgeruch des Copiloten aufgefallen - er hatte deshalb die Luftaufsicht und die Polizei informiert. Die Beamten stellten fest, dass der Mann deutlich alkoholisiert war. Der Flug wurde gestrichen, der Copilot festgenommen. Von ihm wurde eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro verlangt, um wieder auf freien Fuß zu kommen. Zudem wurde beantragt, dass seine Fluglizenz beschlagnahmt wird. Gegen den 40-Jährigen wird wegen des Verdachts der versuchten Gefährdung des Luftverkehrs ermittelt.

Weil keine Ersatzcrew bereitstand, mussten Passagiere die Nacht auf Samstag in einem Hotel verbringen. Nach Angaben einer Sprecherin des Flughafens flogen einige von ihnen dann bis Samstagmittag mit anderen Flugzeugen nach Portugal, andere reisten mit Zügen zu den Flughäfen Frankfurt und München weiter.

Die Fluggesellschaft TAP Air Portugal entschuldigte sich am Samstag bei den Passagieren „für die entstandenen Unannehmlichkeiten”. Der Flug Stuttgart-Lissabon sei „aufgrund der Fluguntauglichkeit des Copiloten storniert” worden. Man werde gegen den Mann ein internes Untersuchungsverfahren einleiten.

Die Fluggesellschaft hatte am Samstag auf Twitter mitgeteilt, dass erst am Montag wieder Plätze auf der Route verfügbar seien. Anlass war die Anfrage eines Fluggastes, wann ihnen ein Ersatzflug angeboten werde. „Wir müssen heute unser Ziel erreichen”, so der Passagier.

apa/dpa

stol