Freitag, 28. Mai 2021

Bevölkerung: Hohe Impfbereitschaft, aber auch „Maßnahmen“-müde

Corona, Pandemie, Impfungen: Wie die Südtiroler im Frühjahr, also im März und April 2021, zu den Präventionsmaßnahmen, dem Testen und dem Impfen standen, zeigt die aktuelle Studie des ASTAT.

In Südtirol herrscht laut ASTAT eine hohe Impfbereitschaft.
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In Südtirol herrscht laut ASTAT eine hohe Impfbereitschaft. - Foto: © Shutterstock
Der Fragebogen basiert weitgehend auf jenem der im Januar durchgeführten Erhebung, so dass ein zeitlicher Vergleich möglich ist.

Die beiden Stichproben von Januar und März sind voneinander unabhängig, es handelt sich nicht um ein Panel.

Die Studie zeigt, dass 2 von 3 Südtirolern es für eher unwahrscheinlich halten, sich mit Sars-Cov-2 zu infizieren. Im Vergleich zum Januar sei dies ein leichter Rückgang der Besorgnisse.

Rund 70 Prozent der Einwohner über 18 Jahren sind laut Studie davon
überzeugt, dass, wenn sie erkranken würden, der Verlauf nicht schwer wäre. Es ist das gleiche Ergebnis wie im Januar.

Zustimmung: Abstand und Smart-Working ja, Schließung der Gemeindegrenzen nein

Wie die Studie zeigt, gibt es immer noch große Unterschiede bei der Beurteilung der verschiedenen Präventionsmaßnahmen.

Tatsächlich werden einige der Maßnahmen stark unterstützt: die Maskenpflicht, die Abstandsregelung, die verpflichtende Isolierung für positiv getestete Personen und das Smart-Working.

Andere Maßnahmen kommen nicht gut an: die Schließung der Gemeindegrenzen, die Einschränkungen der individuellen körperlichen Betätigung und der völlige Verzicht auf Präsenzunterricht.

Geteilt sind die Meinungen auch in Bezug auf die Schließung von Bars, Restaurants und Hotels, die Schließung von Regionen, die Einschränkungen von Mannschaftssportarten, das Verbot von Treffen mit Freunden und Familie und den Fernunterricht.

„Auffallend ist, dass bei allen Maßnahmen die Zustimmung leicht gesunken ist. Dies gilt auch für die am meisten akzeptierten Regeln. Die Beurteilungen spiegeln daher eine signifikante, wenn auch geringe, Abnahme der Einhaltung der Vorschriften wider, die wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass die Menschen diesbezüglich zunehmend müder werden“, schreiben die Experten des ASTAT.

Soziale Medien für den Großteil keine zuverlässige Informationsquelle

Als Informationsquelle zum Thema Pandemie vertrauen die Südtiroler vor allem denjenigen, die im Gesundheitswesen und im Zivilschutz tätig sind (ungefähr 70 Prozent).

Soziale Medien, und noch viel weniger die „Influencer“, werden dagegen kaum berücksichtigt, bzw. ein geringer Anteil der Bevölkerung (ungefähr 10 Prozent) hält diese für zuverlässig.


Große Bereitschaft zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung

Wie die Studie zeigt, würden sich fast alle testen lassen, wenn sie wüssten, dass sie mit einer positiv getesteten Person in Kontakt gekommen sind. Auch auf diese Bereitschaft wirkt sich der Gemütszustand aus und so ergibt sich ein Rückgang der befürwortenden Antworten um 2 Prozent.


Etwas niedriger, aber immer noch hoch, ist der Prozentsatz derjenigen, die im Falle eines positiven Testergebnisses die Namen aller Personen nennen würden, mit denen sie in letzter Zeit in Kontakt gekommen sind. Auch in diesem Fall wird ein minimaler Rückgang der Bereitschaft verzeichnet.

„Der Alltag hat sich grundlegend verändert“

Auch in Sachen individuelles Wohlbefinden hat sich das Klima in 2 Monaten verschlechtert. „Immer noch sagen 2 von 3 Personen, dass sie sich meistens glücklich und ruhig fühlen, aber in beiden Fällen beträgt der Rückgang 6 Punktpunkte. Zudem ist die Zufriedenheit mit dem Alltag geringer“, berichten die Experten.


Die Auswirkungen der Pandemie und des Lockdowns sind jedoch nicht nur psychischer Natur.

44 Prozent der volljährigen Südtiroler geben an, dass sie sich im Zeitraum März-April 2021 weniger körperlich betätigt haben als vor der Pandemie.

14 Prozent geben an, mehr ungesunde Lebensmittel gegessen zu haben, 9 Prozent haben mehr Alkohol getrunken und 6 Prozent haben mehr geraucht.

„Erstaunlich ist, dass 26 Prozent auf einen Arztbesuch verzichtet haben, obwohl davon auszugehen ist, dass nicht alle diese Besuche dringend waren. Schließlich ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen ihr soziales Leben deutlich reduziert haben“, heißt es in der Studie.

5 von 6 Südtirolern wollen sich impfen lassen

5 von 6 Südtirolern wollen sich gegen Covid-19 impfen lassen.

Jene, die eine Impfung verweigern, tun dies vor allem aus Angst vor Nebenwirkungen, aber auch wegen der vermeintlichen Unwirksamkeit des Impfstoffs (bei manchen auch beides).










stol