Donnerstag, 17. März 2016

Bewegender Abschied in drei Pusterer Gemeinden

Matthias Gruber war erst 16, Margit Gasser 32 und Alexander Rieder 42 Jahre alt, als sie aus dem Leben gerissen wurden. In ihren Heimatgemeinden Luttach, Mühlwald und St. Sigmund wurden drei der fünf Südtiroler Lawinenopfer am Donnerstag unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.

Letztes Geleit für Matthias Gruber. Das 16-jährige Lawinenopfer wurde in Luttach zu Grabe getragen.
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Letztes Geleit für Matthias Gruber. Das 16-jährige Lawinenopfer wurde in Luttach zu Grabe getragen.

"Was sagt man einem Vater, der seinen Sohn vor seinen Augen verliert. Was sagt man der Mutter. Was sagt man den Angehörigen, den vielen Betroffenen und Trauernden. In diesen Stunden der Trauer, der Ohnmacht, der Ratlosigkeit, sind wir in Gedanken bei euch, tragen ein klein wenig eure Last mit euch. Gott gebe euch die Kraft weiterzuleben und irgendwann dankbar auf die gemeinsamen Stunden zurückblicken zu können."

Es sind Worte, wie diese aus dem STOL-Kondolenzbuch, die den Trauernden in diesen dunklen Stunden, Tagen und Wochen Anteilnahme ausdrücken wollen und ein kleines Licht sein sollen.

Abschied in Luttach von Matthias Gruber (16)

Ein Licht auch für die Familie des jüngsten Lawinenopfers Matthias Gruber, das am Donnerstagnachmittag ausgehend vom Trauerhaus in die Pfarrkirche von Luttach begleitet und anschließend im Ortsfriedhof beigesetzt wurde. 
Matthias Gruber war Schüler der zweiten Klasse der Technischen Fachoberschule Bruneck und hatte sich für das kommende Schuljahr für die Richtung Maschinenbau eingeschrieben. 
Gruber hatte seinen Vater auf der Tour zum Schneebigen Nock begleitet. Im Rahmen der Rettungsaktion nach dem Lawinenabgang am Samstag ist der verschüttete Bub gleich geortet und weniger als 30 Minuten nach der Alarmierung aus den Schneemassen befreit worden. Der 16-Jährige hatte aber schwerste Traumen erlitten, dass die Retter nichts mehr für ihn tun konnten. Gruber hinterlässt seine Eltern und 3 Schwestern. 

"Das Leben ist schwächer als der Tod - aber der Tod ist schwächer als die Liebe."

Mühlwald trauert um Margit Gasser (32)

Keine Rettung mehr gab es auch für Margit Gasser. Der Trauerzug begleitete den Sarg der 32-Jährigen am Donnerstag vom Elternhaus ausgehend bis zur letzten Ruhestätte im Friedhof von Mühlwald.
Gasser war Krankenschwester. Sie war sozial sehr engagiert und u. a. vor einigen Jahren für drei Monate mit der Organisation „Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt“ bei einem Hilfseinsatz in Kamerun. Groß war auch ihr musikalisches Talent, das sie in dem in Volksmusikreisen sehr bekannten Familiengesang Gasser einbrachte. Zudem war sie in ihrer Jugend mehrere Jahre lang Schlagzeugerin bei er Musikkapelle Mühlwald sowie Mitglied im örtlichen Kirchenchor. Gasser hinterlässt ihre Eltern und 4 Geschwister.  

"Wir bleiben uns nah. Denn das, was uns verbindet wird stärker sein, als das, was uns trennt."

Letztes Geleit für Alexander Rieder (42) in St. Sigmund

Auch für Alexander Patrik Rieder wurde am Donnerstag in der Pfarrkirche von St. Sigmund ein Abschiedsgottesdienst gehalten. Rieder (42) war Ehemann und Vater von 3 Kindern. Er stammte aus Obervintl, hatte dort im elterlichen Tierheim gearbeitet und war vor kurzem in ein neugebautes Haus nach St. Sigmund gezogen. Rieder war bei der Vintler Fußballmannschaft und bis vor einigen Jahren Mitglied der Bergrettung Vintl. 

"Lieber Alexander, danke für alles, das du im Leben gegeben hast - wer dich kannte - für deine geduldige fröhliche Art, die liebevolle Hingabe zu den Tieren und deine feine menschliche Ader!"

Ebenfalls am Donnerstag zu Grabe getragen wurde der Nordtiroler Horst Wallner (49 Jahre), Direktor der Wirtschaftskammer Tirol, in seiner Heimatgemeinde Neustift im Stubaital. Wallner hinterlässt drei Kinder.
"Kein Berg ist so hoch, keine Aussicht so schön, kein Ort friedvoller, wie jener Platz, zu dem dich dein letzter Aufstieg getragen hat", steht auf der Todesanzeige. 

Niederdorf verabschiedet sich von Bernhard Stoll (43) und Christian Kopfsguter (21)

Ganz Niederdorf trägt dann am Freitag zwei geschätzte Mitbürger zu Grabe, nämlich Bernhard Stoll und Christian Kopfsguter; ausgehend um 13.45 Uhr von der Spitalskirche zur Pfarrkirche und dann in den Ortsfriedhof.
Bernhard Stoll war Familienvater und hinterlässt seine Frau und 3 Kinder. Der 43-Jährige war zudem der Onkel des ebenfalls am Schneebigen Nock verstorbenen 16-jährigen Matthias Gruber. Stoll war als Elektriker tätig und Oberjäger der Schützenkompanie. 
Als Zugsleutnant ebenfalls bei den Schützen war Christian Kopfsguter. Der 21-Jährige war Maurer sowie Wald- und Forstarbeiter. Er hinterlässt seine Eltern und drei Geschwister. 

"Trauerstimmung liegt über Niederdorf und darüber hinaus. Mit Bernhard und Christian hat unser Dorf zwei liebe, junge, wie wertvolle und aktive Mitbürger verloren. Euer all zu früher Heimgang von den irdischen Berggipfeln in den Himmel lässt Leere und die Frage nach dem Warum aufkommen. Den Hinterbliebenen viel Kraft diese schweren Schicksaalschläge zu meistern. Der Herrgott schenke Bernhard und Christian den ewigen Frieden!"

Auch weiterhin kann jeder seiner Anteilnahme im STOL-Kondolenzbuch Ausdruck verleihen. 

stol

stol