Montag, 02. November 2020

Conte: Lockdowns für Hotspots – Ausgangssperre wohl um 21 Uhr

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat am Montag vor der Abgeordnetenkammer weitere restriktive Maßnahmen angekündigt. So will die Regierung Lockdowns in Corona-Hotspots beschließen. Die Ausgangssperre soll auf gesamtstaatlicher Ebene ausgeweitet werden, die Rede ist von ab 21 Uhr.

Die italienische Regierung denkt über eine Bewegungseinschränkung für Personen über 70 nach.
Die italienische Regierung denkt über eine Bewegungseinschränkung für Personen über 70 nach. - Foto: © ANSA / MAURIZIO BRAMBATTI BT
Mit den regionalen Lockdowns soll dem Land ein Stillstand auf gesamtstaatlicher Ebene erspart werden. Es sei unvernünftig, Einschränkungen in Regionen zu erlassen, die von der Pandemie weniger belastet sind, erklärte Conte.

Der Regierungschef kündigte außerdem die Schließung der Einkaufszentren am Wochenende an. Von der Maßnahme ausgeschlossen seien Lebensmittelgeschäfte, Trafiken, Zeitungskioske und Apotheken, die sich dort befinden. Museen und Ausstellungen werden geschlossen. Videospiele in Bars und Lokalen sind verboten.

Neben vielen anderen Maßnahmen wie etwa eine staatsweite Ausgangssperre ab 21 Uhr, die fast schon als sicher gilt, stehe auch eine mögliche Bewegungseinschränkung für Senioren über 70 im Raum. Was halten Sie von diesem Plan?



Schule und Öffis


Wie Conte mitteilte, werde man wohl in der Oberstufe auf 100 Prozent Fernunterricht umsteigen müssen.

Hinzu ist eine Reduzierung der Plätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln um 50 Prozent vorgesehen.

Reisebeschränkungen

Einschränkungen bei der Reisefreiheit zwischen Regionen mit hohen Infektionszahlen seien möglich. Außerdem soll die Ausgangssperre abends ausgedehnt werden, erklärte Conte, ohne genaue zeitliche Angaben zu machen. Durchgesickert sei allerdings, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um 21 Uhr handle.


Situation in den Krankenhäusern

Laut Conte ist der Druck auf die Intensivstationen der Krankenhäuser nicht besorgniserregend, die Zahl der Covid-Patienten in anderen Abteilungen der Spitäler sei jedoch stark wachsend. Nur 5 Prozent der positiv getesteten Personen würden mit Symptomen im Krankenhaus behandelt. 1.939 Personen befinden sich zurzeit auf den Intensivstationen. Man sei in der Lage, die Zahl der Plätze für Covid-Patienten in den Krankenhäusern zu erhöhen.

10 Millionen Schnelltests wurden von der Regierung erworben, die auch von Hausärzten verwendet werden können. Bis zu 100.000 Schnelltests pro Tag sollen unter anderem in Schulen durchgeführt werden, erklärte Conte.

„Frust, Wut und Müdigkeit verständlich“

Der Premier erklärte, er sei sich des „Frusts, der Wut und der Müdigkeit der Bürger“ bewusst, die mit neuen Einschränkungen der Freiheit konfrontiert seien. „Es kann aber kein Dilemma zwischen Schutz der individuellen und kollektiven Gesundheit und Bedürfnissen der Wirtschaft geben. Je mehr wir die Epidemiekurve drücken, desto schneller können wir die Maßnahmen aufheben“, sagte Conte. Er lobte die bisherige Disziplin der Italiener bei der Umsetzung der Anti-Covid-Maßnahmen.

Der Premier versprach Unternehmen und Arbeitnehmern Unterstützungsmaßnahmen, um die negativen Auswirkungen in Grenzen zu halten. In dieser schwierigen Lage sei der Zusammenhalt im Land besonders wichtig. Trotz Meinungsverschiedenheiten sei es wichtig, dass das Land sich nicht spalte, sagte Conte in Anspielung auf die Proteste gegen die Anti-Covid-Maßnahmen, die in den vergangenen Tagen in Italien ausgebrochen sind.

Wie berichtet, kam auch die Südtiroler Landesregierung am Montag zusammen, um über das weitere Vorgehen in Südtirol zu beraten. Um 17 Uhr werden die Entscheidungen auf einer virtuellen Pressekonferenz bekannt gegeben.

apa/stol/ansa

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