Im Rahmen der Bekämpfung von Schwarzarbeit und irregulären Arbeitsverhältnissen identifizierten die Einheiten der Finanzpolizei im Jahr 2025 rund 12.000 Schwarzarbeiter sowie 16.000 irregulär Beschäftigte. <BR /><BR />Zudem wurde die Ausstellung von Rechnungen für nicht existierende Geschäfte im Zusammenhang mit illegaler Arbeitnehmerüberlassung im Umfang von rund 980 Millionen Euro festgestellt.<BR /><BR />Insgesamt wurden 774 Personen wegen Steuerdelikten angezeigt, davon 10 verhaftet. Außerdem wurden Vermögenswerte in Höhe von 186 Millionen Euro beschlagnahmt.<h3> Weitere Strafanzeigen erhoben</h3>Darüber hinaus kam es zu weiteren Strafanzeigen in unterschiedlichen Bereichen der Arbeitskriminalität. 128 Personen wurden wegen unerlaubter Arbeitsvermittlung angezeigt, fünf davon verhaftet, wobei insgesamt 1.224 Personen Opfer von Arbeitsausbeutung wurden. <BR /><BR />Zudem wurden 64 Personen wegen der Beihilfe zur illegalen Anwesenheit von Ausländern angezeigt sowie 225 Personen wegen der Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern ohne gültige Aufenthaltserlaubnis.<BR /><BR />Im Fokus der Ermittlungen der Finanzpolizei standen insbesondere illegale Formen der Arbeitnehmerüberlassung über sogenannte Scheinfirmen, die dazu dienen, Arbeitskosten durch Steuer- und Abgabenhinterziehung künstlich zu senken. Diese Praktiken führten laut Finanzpolizei zu Marktverzerrungen, Lohndumping und prekären Arbeitsbedingungen.<BR /><h3> Mailand: 46 Millionen Euro sichergestellt</h3> Die Finanzpolizei in Mailand führte im Januar 2025 eine Sicherstellungsanordnung über mehr als 46 Millionen Euro gegen ein Unternehmen eines Transport- und Logistikkonzerns durch. Der Vorwurf lautet auf Steuerbetrug durch die Verwendung falscher Rechnungen.<BR /><BR />Ermittlungen ergaben, dass das Unternehmen zwischen 2022 und 2023 Scheinrechnungen genutzt haben soll, um Steuer- und Sozialabgaben zu senken und unrechtmäßig Mehrwertsteuer abzuziehen. Tatsächlich sei eine illegale Arbeitnehmerüberlassung durch scheinbare Werkverträge verschleiert worden.<BR /><h3> Turin: 26,5 Millionen Euro beschlagnahmt</h3>Im September 2025 beschlagnahmten Ermittler Vermögenswerte im Wert von 26,5 Millionen Euro gegen 9 natürliche und 10 juristische Personen.<BR /><BR />Die Untersuchungen deckten ein umfangreiches System illegaler Arbeitsvermittlung auf, das durch fingierte Dienstleistungsverträge im Logistiksektor verschleiert worden sein soll. Zwei Unternehmensgruppen in Turin sollen so systematisch Steuern hinterzogen haben.<BR /><BR />Insgesamt sollen die Ermittler über 100 Millionen Euro an Scheinrechnungen zwischen 2018 und 2023 festgestellt haben. <BR /><h3> Reggio Emilia: 70 Millionen Euro im großen Betrugsnetz</h3>Im Februar 2025 führte die Finanzpolizei gesamtstaatliche Beschlagnahmungen im Wert von rund 70 Millionen Euro durch.<BR /><BR />Die Ermittlungen richteten sich gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung, die auf Steuerbetrug spezialisiert gewesen sein soll. Insgesamt sind 179 Verdächtige, 400 Unternehmen (davon 40 Scheinfirmen) sowie 20 Fachleute aus dem Buchhaltungs- und Notariatsbereich involviert.<BR /><BR />Die Vorwürfe umfassen die Ausstellung falscher Rechnungen, Schein-Gutschriften, illegale Arbeitnehmerüberlassung, Steuerbetrug, das Verstecken und Vernichten von Buchhaltungsunterlagen, Betrug zulasten des Staates und der Sozialversicherung (INPS), Geldwäsche sowie Eigengeldwäsche.<h3> Biella: Ausbeutung nach schwerem Arbeitsunfall aufgedeckt</h3>Im Oktober 2025 schloss die Finanzpolizei in Biella eine Untersuchung zu Arbeitsausbeutung ausländischer Arbeitnehmer ab. Ausgangspunkt war die Anzeige eines ausländischen Arbeiters, der nach einem schweren Arbeitsunfall die Behörden kontaktierte.<BR /><BR />Die Ermittlungen ergaben Hinweise auf unerlaubte Arbeitsvermittlung: Mehrere ausländische Arbeiter mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung seien gezwungen worden, überlange Schichten weit über den kollektivvertraglichen Grenzen hinaus zu leisten – ohne ausreichende Pausen, Ruhezeiten oder Urlaub. <BR /><BR />Zudem hätten sie unter schlechten hygienischen Bedingungen gearbeitet, gefährliche Tätigkeiten ohne Schutzmaßnahmen ausgeführt und seien bei Protesten mit Drohungen und Gewalt konfrontiert worden.