Eine der größten Baustellen und laut Kofler „der wunde Punkt“ bleiben die langen Wartezeiten, doch zumindest bei den prioritären Visiten (sie müssen innerhalb von 8 bis 10 Tagen erfolgen) zeitigen die Bemühungen von Politik und Sanitätsbetrieb erste Erfolge. Noch könne man diese Frist nicht in allen Bereichen einhalten, so Kofler, aber in den meisten. <BR /><BR />Aktuelle Beispiele zeigen: Auf eine prioritäre dermatologische Erstvisite wartet man 4 Tage, auf eine neurologische Erstvisite bei kognitiven Störungen und Demenz 5 Tage, auf eine internistische Erstvisite 2. Weit weniger gut sieht es aber weiterhin bei den nicht prioritären Leistungen aus. <BR /><BR />Südtirol steht mit diesem Problem nicht allein da: Die langen Wartezeiten im Staatsgebiet bringen mittlerweile nicht nur die Regierung in Rom auf den Plan, sondern auch den obersten Rechnungshof (wir haben berichtet). Der interessiert sich nämlich u.a. für die von Bürgern aufgrund zu langer Wartezeiten auf Kosten des öffentlichen Gesundheitssystems in Anspruch genommenen Privatvisiten. <h3> Eigene Regel in Südtirol</h3> In Südtirol besteht hierfür eine eigene, etwas anders gelagerte Regelung als im restlichen Staatsgebiet (die Daten gingen daher nicht nach Rom): In sog. „unterversorgten“ Bereichen kann der Bürger in einem solchen Fall die Rückerstattung von 50 Euro für eine private Visite geltend machen. 2022 taten dies 2107 Personen (Kosten: 105.350 Euro), 2023 4427 (221.350 Euro) und 2024 5433 Personen (271.650 Euro). Die Tendenz ist also eindeutig steigend.<BR /><BR />Doch was tut man nun gegen lange Wartezeiten? Man versuche, das eigene das Angebot hochzufahren und es zudem über konventionierte private Anbieter zu erweitern. Südtirol liegt hier bei einem Anteil der konventionierten Leistungen von 4 Prozent weit hinter anderen Regionen (Kosten für konventionierte Diagnostik und ambulante Leistungen für 2024: 15,5 Mio. Euro). <BR /><BR /> Und man nimmt „unangemessene Verschreibungen“ ins Visier. In 20 bis 30 Prozent sei eine Angemessenheit nicht unbedingt gegeben. Dem laufenden Anstieg von Verschreibungen könne man jedenfalls nicht gerecht werden: Allein um die Wartezeiten für Magnetresonanzen ins Soll zu bringen, müsste man 11 Ärzte einstellen: „Das Personal ist nicht zu finden.“