Mittwoch, 20. April 2016

Bilder der Verwüstung aus Ecuador: 525 Tote

Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Erdbeben in Ecuador ist auf 525 gestiegen. Während laufend Opfer geborgen werden, kommen immer mehr Helfer an. Die Trinkwasserversorgung ist nach Ansicht einer Expertin das größte Problem. Nachbeben erschweren die Arbeiten zusätzlich.

Zu den Verletzten gesellen sich leider zunehmend Opfer, die das Erdbeben nicht überlebt haben.
Zu den Verletzten gesellen sich leider zunehmend Opfer, die das Erdbeben nicht überlebt haben. - Foto: © APA/AFP

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes vom Dienstagabend (Ortszeit) sind 518 der 525 geborgenen Leichen identifiziert worden, darunter mindestens 11 Ausländer.

Weitere 4605 Menschen wurden verletzt und fast 22 000 kamen in Notunterkünfte, wie Ecuadors Katastrophenschutz mitteilte. Mehr als 50 Überlebende wurden nach örtlichen Medienberichten aus den Trümmern gerettet. Nachbeben erschwerten die Arbeiten allerdings.

Am Mittwochmorgen registrierte das Potsdamer GeoForschungsZentrum GFZ ein Beben der Stärke 6,0 vor der Küste Ecuadors. Von möglichen weiteren Schäden war zunächst nichts bekannt. Insgesamt erschütterten nach Angaben des Geophysischen Instituts Ecuadors Hunderte Nachbeben die Provinzen Manabí und Esmeraldas

Wiederaufbau wird drei Milliarden US-Dollar kosten

Aus verschiedenen Ländern reisten Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Ärzte nach Ecuador. Auch Helfer aus Deutschland sind im Einsatz, etwa vom Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“. Nach Angaben der Bereichsleiterin der Johanniter-Auslandshilfe, Jutta Meissner, ist die Trinkwasserversorgung derzeit das größte Problem.
Hinzu kämen die hygienischen Probleme, die ohne Wasser entstünden, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die Johanniter planen Meissner zufolge die psychosoziale Betreuung von Überlebenden des Erdbebens.

Präsident Rafael Correa schätzte nach Medienberichten, dass der Wiederaufbau drei Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) kosten und Jahre dauern werde. Die Summe entspreche drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Ecuador.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Rund ein Drittel der Todesopfer kam aus der Küstenstadt Pedernales, die größtenteils zerstört wurde. Auch die Städte Manta und Portoviejo wurden schwer beschädigt.

dpa

stol