Die großen Herausforderungen dieser Zeit machen auch vor der Schule nicht halt. Deshalb hat die Landesregierung den sogenannten Bildungsdialog eingeführt. „Wir haben uns bei Südtiroler Lehrpersonen nach Ideen und Vorschlägen umgehört und diese anschließend in gemeinsamen Arbeitsgruppen ausgearbeitet“, erklärte Landesrat Philipp Achammer. Die behandelten Punkte betreffen sowohl große Bereiche wie den Personalmangel und die Lohnverhandlungen als auch kleinere wie bürokratische Vereinfachungen. <BR /><BR />Interessante Inputs, vor allem im Bereich der Digitalisierung, haben am Freitag renommierte Experten aus Deutschland gegeben. So etwa die Moderatorin der Kindersendungen „Wissen macht Ah!“ und „Die Sendung mit der Maus“, Clarissa Corrêa da Silva. Sie nannte einige Kniffs ihrer Wissensformate, die sich ihrer Meinung nach auch auf den Schulunterricht ummünzen lassen. Primär gilt: Der Frage mehr Bedeutung schenken. Im Unterricht solle es beispielsweise nicht heißen „heute gehen wir das archimedische Prinzip durch“, sondern: Warum sinkt ein Stein im Wasser, aber ein Schiff schwimmt? „Die Neugier der Kinder muss gar nicht erst geweckt werden. Sie ist bereits da“, zeigte sich Corrêa da Silva überzeugt. Zudem müsse man die Kinder in die Gestaltung des Unterrichts miteinbeziehen und sie danach Fragen, wofür sie sich am meisten interessieren. <BR /><BR />In eine ähnliche Kerbe schlug auch Autor und Lehrer Bob Blume. Was Künstliche Intelligenz (KI) anbelangt, müsse man sich intensiver mit Schülern austauschen. „Wichtig ist in erster Linie zu verstehen, wofür Schüler KI nutzen, dann kann man entsprechend reagieren“, so Blume. Laut ihm habe die KI in gewissen Bereichen großes Potenzial. „Sie kann etwa den genauen Stand herausfinden, an dem sich ein Schüler befindet und dort ansetzen“, sagte er. „Für eine Lehrperson, die 30 Schüler hat, ist dies kaum möglich.“ In anderen Bereichen, etwa wo kritisches Denken gefragt ist, habe die KI nichts verloren. Das A und O seien Austausch und ein reflektiertes Nutzungsverhalten. „Gleichzeitig sollte nicht bloß das Endprodukt einer Aufgabe bewertet werden, sondern vor allem der Weg dorthin“, unterstrich Blume.