In der kleinen genossenschaftliche Gemeinschaftsanlage produziert man Strom und Fernwärme. Der Rohstoff – Gülle und Mist – kommt von 15 landwirtschaftlichen Betrieben, die den Gärrest als Dünger wieder abholen. „Wir wollen mit der Anlage nichts verdienen. Die Betriebe werden die Gülle los und müssen sie auch nicht lagern, und wir produzieren umweltfreundlich Strom und Wärme und tragen so dazu bei, dass wir weniger fossile Energieträger verbrauchen“, sagt Obmann Bernhart mit Überzeugung. Doch während bis vergangenen Oktober der ins Netz des Staatsbetriebes GSE (Gestore dei Servizi Energetici) eingespeiste Strom zu einem garantierten Fixpreis abgenommen wurde, muss man jetzt am freien Markt mithalten – lediglich mit einem zugesicherten Minimalpreis von 11 Cent pro Kilowattstunde. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1003025_image" /></div> <BR />„Damit wird es schon sehr knapp“ sagt Bernhart. „Und bei der Fernwärme können wir auch nicht einfach die Preise für die Kunden erhöhen, sonst steigen die wieder auf ihre Ölheizungen um. Denn wenn der Preis nicht passt, ist dem Kunden im Zweifel die Nachhaltigkeit egal.“ Er hofft daher auf ein Einsehen bei der neuen Landesregierung, „wenigstens bei Investitionen Förderungen zu gewähren“. <BR /><BR />Für die kleine Anlage, eine von insgesamt 30 in Südtirol, kommt nämlich alles zusammen. Denn nun hat auch noch die Landesregierung für heuer beschlossen, keine Förderungen (mehr) für Biogasanlagen zu gewähren. Laut der Antwort des neuen zuständigen Landesrates Peter Brunner auf eine Anfrage des Freien Landtagsabgeordneten Andreas Leiter Reber hat das Land in den vergangenen 5 Jahren 27.733 Euro an Beiträgen an 2 Anlagen (Prad und Schluderns) für deren Erweiterung ausgezahlt. Neu gebaut wurde in den vergangenen 10 Jahren nur eine Anlage (mit Förderungen). Brunner erklärt sich das so: Die landwirtschaftlichen Betriebe, die durch den Bau einer eigenen Biogasanlage oder die Beteiligung an einer gemeinschaftlichen Anlage einen wirtschaftlichen Vorteil hatten, haben bis 2013 in Südtirol in diese Technologie investiert“. Und es sei offensichtlich, dass für die restlichen „die Vorteile des Baus einer Biogasanlage oder der Lieferung an eine gemeinschaftliche Anlage nicht überwiegen“ – weswegen man u.a. die Förderungen gestrichen habe. Auch habe in den vergangenen Jahren die Bedeutung von Biomethan aus Biogas als Ersatz von Erdgas an Bedeutung gewonnen. Biomethan könne aber sinnvoller Weise nur „in großen Anlagen mit einer Produktion von mehr als 200 Kubikmetern Biomethan pro Stunde, um die Investitionskosten zu decken“, produziert werden. <BR /><BR />Dennoch nennt der Klimaplan 2040 Biogas, auch in Form von Biomethan, einen „der Energieträger, der für die Energiewende in Südtirol genutzt werden soll. Der Klimaplan 2040 sieht in diesem Zusammenhang vor, das verbleibende Potenzial sowohl für Biogas als auch für Biomethan zu ermitteln, wobei bei der Bewertung nicht nur die Energieerzeugung, sondern auch die Reduktion der Methan- und Lachgasemissionen berücksichtigt werden soll. Die Ergebnisse dieser Studie sollen für eine eventuelle Einführung neuer Landesförderungen geprüft werden.<BR /><BR />Bis dahin hat die kleine Anlage in Schlinig und wahrscheinlich noch die ein oder andere in Südtirol wohl zugesperrt.<BR />