Extrem hohe Mietpreise und viel zu wenig Studentenheimplätze machen den Studierenden in der Landeshauptstadt das Leben schwer. Selbst wenn sie sich für einen Studienplatz in Bozen beworben und qualifiziert haben, müssen sie letztendlich oft auf andere Städte ausweichen, da sie keine geeignete oder erschwingliche Unterkunft finden. Darauf hat vor wenigen Tagen auch wieder die Studentenvereinigung sh.asus hingewiesen (die „Dolomiten“ haben berichtet, siehe digitale Ausgabe).<BR />Bürgermeister Renzo Caramaschi will innerhalb kürzester Zeit – er rechnet mit eineinhalb Jahren – etwa 250 Unterkünfte bereitstellen, um die Situation zu entspannen. Auf die Frage, wie das so schnell möglich sein soll, hat er eine Antwort: „Wir werden eine Ausschreibung vorbereiten. Alle Privaten, die daran interessiert sind, ein Studentenheim zu errichten oder Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, können sich daran beteiligen“, kündigt der Bürgermeister an. Auf diese Art und Weise, so ist Caramaschi sicher, werde es möglich sein, innerhalb kürzester Zeit einige hundert Wohnungen und Zimmer für Studenten bereitzustellen. Das Interesse dafür ist nämlich vorhanden: „Denken wir zum Beispiel an das Gebäude des Unternehmers Pietro Tosolini neben dem TIS in Bozen-Süd“, macht Caramaschi ein Beispiel. Es gebe zahlreiche Private, die daran interessiert seien, ihre Unterkünfte und Immobilien (auch und gerade im Gewerbegebiet) für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. <BR />Warum jedoch nicht sofort handeln, wenn der Wohnraum vorhanden ist? „Um der Spekulation vorzubeugen“, sagt der Bürgermeister. Derzeit sind die gesetzlichen Vorgaben, um eine solche Spekulation zu verhindern, nicht gegeben. „Deshalb warten wir noch auf eine Abänderung des Landesgesetzes, die eine Vinkulierung vorsieht“, erklärt Caramaschi das Vorhaben. Damit wäre eine Immobilie auch im Gewerbegebiet für eine gewisse Zeit als Studentenheim oder für Studentenwohnungen zweckgebunden und eine schnelle Umwandlung in Wohnungen für den privaten Markt könnte verhindert werden. <BR /><BR />„Wir warten derzeit darauf, dass die Landesverwaltung diese Änderung genehmigt, dann können wir sofort mit der Ausschreibung starten“, kündigt <b>Renzo Caramaschi</b> an. Dass die Universität ihr Interesse an den jeweiligen Objekten bekunden müsste, sei eine Formsache, denn die Universität sei derzeit für jede Möglichkeit, ihre Studenten unterzubringen, dankbar. Caramaschi geht davon aus, dass die notwendigen Schritte mit dem nächsten Omnibus-Gesetz ergriffen werden. „Je früher das passiert, umso besser ist es“, sagt er. Die Gemeinde könne die Immobilien innerhalb von eineinhalb Jahren bereitstellen. <BR /><BR />Landesrätin <Fett>Maria Hochgruber Kuenzer</Fett> reagiert auf die Erwartungen von Bürgermeister Renzo Caramaschi mit dem Hinweis, dass eine Gesetzesänderung über das Omnibus-Gesetz im Frühling möglich sei. Grundsätzlich habe es aber bereits Ende 2020 eine Neuregelung gegeben, die es in Wohngebieten möglich macht, Umwidmungen vorzunehmen (zum Beispiel Wohnungen statt Dienstleistungsflächen), um Studenten zu Unterkünften zu verhelfen. Wenn das nicht ausreiche, sei es möglich, Studentenheime auch im Gewerbegebiet vorzusehen. „Allerdings brauchen wir dann auch eine Festschreibung im Grundbuch, damit die Nutzung genau definiert ist“, bestätigt die Landesrätin. Es dürfe nicht zu Spekulationen kommen. Voraussichtlich werde diese Ergänzung in das Hochschulgesetz einfließen.<BR />