Samstag, 20. Juni 2015

„Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“ gegründet

„Das Anliegen dieser Stiftung ist ganz mit der Person Karl Golser verbunden“, so Generalvikar Josef Matzneller bei der Gründungsfeier der „Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“ im Kaisersaal der Hofburg in Brixen.

Bischof Ivo Muser bei der Vorstellung der „Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“.
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Bischof Ivo Muser bei der Vorstellung der „Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“. - Foto: © STOL

„Die Krankheit und das Leiden isolieren den Menschen: Er wird aus seiner gewohnten Tätigkeit herausgerissen, sehr oft ist auch die Kommunikation erschwert... Die christliche Gemeinschaft darf nicht die Pflege der Kranken einigen Spezialisten überlassen, so notwendig diese auch sind. Die Präsenz von Kranken geht alle an. Alle sind zu Anteilnahme an ihren Leiden, zum Gebet für sie verpflichtet.“

Dieses Zitat von Karl Golser aus dem Jahre 2013 bringt ein Grundanliegen der „Bischof Dr. Karl Golser Stiftung“ auf den Punkt.

Altbischof Golser ist Zeuge der Krankheit

Diese Stiftung setzt sich nämlich zum Ziel, einer ganz bestimmten Personengruppe diese Aufmerksamkeit zu schenken, indem auf die seltene Erkrankung des atypischen Parkinson-Syndroms hingewiesen wird, an der in Südtirol neben Karl Golser ca. 10–20 Menschen leiden.

„Bischof Karl Golser ist vom Professor zum Confessor geworden, vom Lehrer zum Zeugen“, so Bischof Ivo Muser.

Gezielt erforscht werden sollen effektivere Diagnosemöglichkeiten, um die Krankheit so früh wie möglich erkennen und mit den vorhandenen Therapien behandeln zu können.

Ein wichtiges und keinesfalls zu unterschätzendes Ziel besteht zudem in der Begleitung, Information und Hilfestellung für die betroffenen Familien bzw. für die Angehörigen, die einen Patienten mit atypischem Parkinsonsyndrom pflegen.

 

Prof. Gregor Wenning, Präsident des Stiftunsrates. Foto: Diözese Bz-Bx

„Solidarität mit den Kranken erstreckt sich auch auf die Verantwortung, die wir als Gesellschaft den Angehörigen und Familien von kranken Menschen gegenüber haben. Die Gesellschaft als ganze wird zusammengehalten von einer solidarischen Vernetzung, auf die besonders die schwächsten Mitglieder angewiesen sind, zu denen die schwer Kranken und ihre Angehörigen gehören“, so P. Martin Lintner in seinen Ausführungen bei der Gründungsfeier.

Golser lebt in Stille Tag für Tag und Nacht für Nacht 

„Bischof Karl hat aufgrund seiner Erkrankung die Fähigkeit verloren zu kommunizieren und sich auszudrücken", so Muser.

Umso sprechender aber sei sein Lebenszeugnis geworden, das sich in Stille Tag für Tag und Nacht für Nacht in seiner Wohnung, wo er rund um die Uhr treu und liebevoll gepflegt und umsorgt wird, verzehrt, sagte Bischof Ivo Muser im Rahmen der Gründungsfeier und fügte an: „Bischof Karl hat seine Krankheit nicht nur als schweren Schicksalsschlag hingenommen, sondern sie bewusst angenommen als sein Kreuz in der Nachfolge Jesu. Wir sind Zeugen, welche innere Gelassenheit und welchen Herzensfrieden Bischof Karl ausstrahlt, auch wenn der Weg dorthin für ihn sicher nicht einfach war.“

stol

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