Donnerstag, 17. August 2017

Bischof Ivo Muser reist nach Bolivien

Bischof Ivo Muser hat sich am Donnerstag gemeinsam mit Caritas-Direktor Paolo Valente auf den Weg nach Bolivien gemacht. Begleitet werden sie auf ihrer Reise vom Bischofssekretär Michael Horrer, dem Leiter des Missionsamtes Wolfgang Penn und Fabio Molon von der Caritas-Auslandsarbeit.

Bischof Ivo Muser reist am Donnerstag zusammen mit Caritas-Direktor Paolo Valente nach Bolivien.
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Bischof Ivo Muser reist am Donnerstag zusammen mit Caritas-Direktor Paolo Valente nach Bolivien. - Foto: © D

Die Delegation wird die verschiedenen Projekte besichtigen, welche die Südtiroler Caritas und das Missionsamt in Zusammenarbeit mit der Diözese Aiquile seit 18 Jahren betreuen.

„Aus Nothilfe entwickelte sich Selbsthilfe“

„Damals haben wir, nach dem verheerenden Erdbeben, Nothilfe geleistet. Diese hat sich dann im Laufe der Zeit in Hilfe zur Selbsthilfe umgewandelt. Dank der Solidarität aus Südtirol hat sich für die dort ansässige Bevölkerung vieles ins Positive verändert“, freut sich Caritas-Direktor Paolo Valente auf den anstehenden Besuch.

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas 

Bolivien mit seinen 10 Millionen Einwohnern ist das ärmste Land Südamerikas: Kindersterblichkeit und Analphabetismus sind noch immer weit verbreitet. Die meisten Bewohner sind Bauern, die dem kargen Boden mit primitivsten Mitteln etwas abzugewinnen versuchen.

Die anhaltende Trockenheit macht ihnen dabei zusätzlich hart zu schaffen. Sie sind deshalb oft mit Hunger konfrontiert und gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen und abzuwandern. Die Wasserknappheit ist auch die Ursache vieler Krankheiten, die vor allem Kinder trifft.

Caritas und Diözese wollen Leben der Menschen verbessern

Die Caritas und das Missionsamt der Diözese Bozen-Brixen haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit der Diözese von Aiquile die Lebensbedingungen tausender Menschen in den Dörfern der Hochebene von Chochabamba zu verbessern.

Die Caritas setzt dabei auf den Bau von  Brunnen, Zisternen, Wasserleitungen und Trinkbrunnen, um den vielen bäuerlichen Familien die Lebensgrundlage zu sichern. Über drei Kinderpatenschaftsprojekte gelingt es außerdem, zahlreichen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, welche ansonsten wohl nie lesen und schreiben lernen würden.

Zahl der Analpheten sehr hoch

Die Zahl der Analphabeten in Bolivien ist nämlich erschreckend hoch, allein unter den Frauen sind über 50 Prozent davon betroffen, bei den Männern liegt die Rate knapp darunter. Dank der Südtiroler Kinderpaten brauchen die Kinder keine kilometerlangen, beschwerlichen Fußwege mehr zur Schule machen, sondern können in Internaten bleiben, wo sie auch ausgewogen ernährt werden.

2,4 Millionen Euro gesammelt 

Insgesamt wurden für die verschiedenen Caritas-Projekte in diesen 18 Jahren rund 2,4 Millionen Euro in 40 verschiedenen Dörfern an Spendengeldern aus Südtirol eingesetzt. Darüber hinaus unterstützt die Diözese Bozen-Brixen über ihr Missionsamt das Krankenhaus Giovanni und Caterina Bertol in Aiquile und sichert damit die gesundheitliche und sanitäre Grundversorgung der dortigen Bevölkerung .

Muser: „Das Schicksal der Menschen dort darf uns nicht gleichgültig sein“

„Unsere Solidarität mit der Diözese Aiquile hat bewirkt, dass die Menschen, in ihren Dörfern bleiben können, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Als Christen kann uns das Schicksal der Menschen, die weit weg von uns wohnen, nicht egal sein. Wir alle tragen Mitverantwortung“, sagt Bischof Ivo Muser zu seinem bevorstehenden Besuch in Bolivien.

Reise Ausdruck der Vernetzung

„Selbstverständlich ist eine solche Reise auch Ausdruck der weltweiten Vernetzung des christlichen Glaubens und der Kirche, schließlich ist niemand allein auf dieser Welt. Wie klein und wie arm wären wir, wenn es nur unsere Diözese gäbe.“

Besuch bei kirchlichen Vertretern

Deshalb stehen auch eine Reihe von Besuchen und Treffen mit den kirchlichen Vertretern an, unter anderem mit dem Bischof von Aiquile Jorge Herbas Balderrama. Nach Südtirol zurückkehren werden Bischof Ivo Muser und seine Reisebegleiter am Donnerstag, 24. August.

stol

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