Donnerstag, 19. November 2020

Bischof: „Mitmachen ist Zeichen von Nächstenliebe und Solidarität“

Ab Freitag werden in Südtirol flächendeckend Antigen-Schnelltests durchgeführt, um das Infektionsgeschehen durch das Coronavirus einzubremsen. Bischof Ivo Muser ruft die Gläubigen im Geiste der Nächstenliebe und der Solidarität dazu auf, möglichst zahlreich am Südtirol-Test teilzunehmen.

Bischof Ivo Muser ruft zur Teilnahme am Messentest auf.
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Bischof Ivo Muser ruft zur Teilnahme am Messentest auf. - Foto: © Thomas Ohnewein
Mit den Massentests am Wochenende soll ein weiteres Ansteigen der Infektionen mit dem Corona-Virus gestoppt werden. „Im Geiste der Nächstenliebe und der Solidarität gilt es, die Schwachen und Kranken in unserer Mitte zu schützen, indem wir alles in unserer Macht stehende tun, um die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu gehören auch die flächendeckenden Tests der kommenden Tage. Das Ziel, möglichst viele Menschen im ganzen Land zu testen, kann nur erreicht werden, wenn wir alle unseren Beitrag leisten“, ist Bischof Ivo Muser überzeugt.

„Das Einhalten der geltenden Vorschriften ist ein Zeichen von Reife, Verantwortung, Respekt und konkreter Nächstenliebe. Das Leugnen und das Verharmlosen der Gefährlichkeit des Coronavirus ist ein Hohn für alle Kranken und für jene, die ihnen helfen und beistehen; ein Hohn für alle Verstorbenen und für jene, die um sie trauern“, sagt Bischof Muser.

Was ist „systemrelevant“?


Der Schutz der körperlichen Gesundheit sei notwendig, gut und wichtig. Gleichzeitig konfrontiert uns Corona mit einer Wahrheit, mit der unsere Gesellschaft sich besonders schwer tut: Menschliches Leben ist und bleibt verletzlich, gefährdet, anfällig und sterblich. Deswegen, so Bischof Muser, darf unser Leben nicht auf „Gesundheit“, „Effizienz“, „Leistung“, „Profitsteigerung“ und „Systemrelevanz“ reduziert werden.

Bischof Muser erklärt: „Es geht nicht um das Erhalten eines Systems, sondern um den Schutz des Menschlichen im Menschen! Die Immer-mehr-Mentalität macht uns und unsere Gesellschaft nicht menschlicher. Hat Corona die Kraft, uns menschlicher zu machen? Von allein sicher nicht. Dazu braucht es unsere Entscheidung, die Prioritätenliste unseres Lebens und unserer Gesellschaft zu überdenken und wohl auch zu korrigieren. Und das wäre „systemrelevant„ für Mensch und Schöpfung.“

Danke für Menschlichkeit

„Ich danke allen, die sich in den verschiedenen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens einsetzen für das Menschliche im Menschen. Ich danke allen, die auch unter den gegenwärtigen Bedingungen unsere Gottesdienste gestalten und mitfeiern. Im Gebet bin ich allen kranken und alten Menschen verbunden und den vielen, die ihnen menschlich, medizinisch, pflegerisch und geistlich zur Seite stehen. Mein Gebet gilt auch allen, die gerade jetzt schwierige, politische und sanitäre Entscheidungen zu treffen haben“, so Bischof Muser abschließend.

ASGB: „Covid-19-Massentest: Sei dabei!“

Auch der ASGB ruft die Südtiroler Bevölkerung zu einer regen Teilnahme an den Massentests auf. Ziel sei es, asymptomatisch positive Träger des Virus zu identifizieren und anschließend zu isolieren. Dadurch könne die Ausbreitung massiv eingedämmt werden.

„Die Slowakei, Vorreiterin in Bezug auf flächendeckende Tests, beweist den Nutzen der Covid-19-Massentests, in deren Folge der Prozentsatz der Neuansteckungen um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist“, so der ASGB in einer Aussendung.

Bei einer regen Teilnahme der Bevölkerung am lokalen Massentest sind ähnliche Zahlen auch für Südtirol zu erwarten. „Die Folge dürfte eine Lockerung des Lockdowns, die Öffnung der Kitas, Kindergärten und Schulen, sowie eine spürbare Entlastung des Gesundheitssystems, wie in der Slowakei beobachtet, sein“, erklärt der ASGB abschließend.

stol