Freitag, 02. April 2021

Bischof Muser am Karfreitag: Gegen die Globalisierung der Gleichgültigkeit

Diözesanbischof Ivo Muser stand heutigen Nachmittag der Karfreitagsliturgie im Bozner Dom vor. In seiner Predigt warnte Muser vor einer Globalisierung der Gleichgültigkeit, „die nicht nur anderen schadet, sondern auch uns deformieren wird, wenn wir ihr nachgeben“.

In seiner Predigt zum Karfreitag erinnerte Bischof Ivo Muser an die „Gabe der Tränen“.
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In seiner Predigt zum Karfreitag erinnerte Bischof Ivo Muser an die „Gabe der Tränen“. - Foto: © Diözese/ohn
Der Karfreitag, der Gedächtnistag des Leidens und Sterbens Jesu, ist ein Tag der Trauer und ein Tag des Fastens. Die christliche Gemeinde verstummt, lässt nur noch das Wort Gottes reden. Dies wird deutlich in der liturgischen Feier, die aus 3 Teilen besteht: Wortgottesfeier mit der Leidensgeschichte Jesu und den so genannten Großen Fürbitten, Kreuzverehrung und Kommunionfeier.

Die Liturgie mit Bischof Muser im Bozner Dom hat heute zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr begonnen: Nach dem schweigenden Einzug haben sich der Bischof und die Konzelebranten vor dem Altar auf den Boden gelegt.



In seiner Predigt sagte der Bischof, dass Papst Franziskus oft an die „Gabe der Tränen“ in der spirituellen Tradition der Kirche erinnert. „Mit dieser Gabe ist keine Weinerlichkeit gemeint, kein Selbstmitleid. Vielmehr führen uns die Passionserzählungen über Petrus in die richtige Richtung: Es geht um die Gabe und die Bereitschaft, sich innerlich berühren zu lassen, nicht abzustumpfen“, so Bischof Muser.

Außerdem fragte der Oberhirte ganz konkret: „Bewegt uns das, was anderen geschieht, was Menschen erleiden und durchzustehen haben? Haben uns die vielen Corona-Nachrichten und Corona-Bilder sensibler, hörender, sehender, solidarischer gemacht für das Leid von Menschen? Schaue ich hin oder schaue ich einfach weg?“

In diesem Zusammenhang ging Bischof Muser auf die Worte des Papstes ein, der von „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ sprach: „Wenn wir dieser Globalisierung der Gleichgültigkeit freien Lauf lassen, dann wird uns das die Menschlichkeit rauben. Glauben wir nicht, dass unsere Gleichgültigkeit nur anderen schadet! Sie wird auch uns deformieren, wenn wir ihr nachgeben. Der Weg kann deshalb nicht heißen, sich mehr und mehr abzuschotten und abzuhärten. Deshalb der Vorschlag des Papstes, um die Gabe der Tränen zu bitten“, so der Bischof.

Bischof Muser wird die Osternacht am morgigen Karsamstag um 19.30 Uhr im Brixner Dom feiern. Am Ostersonntag feiert der Bischof das Pontifikalamt um 10 Uhr im Bozner Dom. Dieser Gottesdienst wird von RAI Südtirol auch live im Fernsehen übertragen, Radio Grüne Welle überträgt den Gottesdienst im Radio.

stol