Mittwoch, 17. April 2019

Bischof Muser besucht das Bozner Gefängnis

„Unsere Geschichte können wir nicht umschreiben. Was geschehen ist, ist geschehen. Aber die Geschichte, die noch vor uns liegt, muss erst geschrieben werden. Und wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, können wir der Geschichte unseres Lebens ein neues Kapitel hinzufügen“, hat Bischof Ivo Muser am Mittwoch bei der vorösterlichen Wortgottesfeier zu den Insassen des Bozner Gefängnisses gesagt.

Bischof Muser feierte mit den Inhaftierten, der Direktorin des Gefängnisses Francesca Gioieni, den Angestellten und den freiwilligen Mitarbeitern eine vorösterliche Wortgottesfeier. - Fotos: Diözese Bozen-Brixen/ia
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Bischof Muser feierte mit den Inhaftierten, der Direktorin des Gefängnisses Francesca Gioieni, den Angestellten und den freiwilligen Mitarbeitern eine vorösterliche Wortgottesfeier. - Fotos: Diözese Bozen-Brixen/ia

106 Männer sind derzeit sind in der Haftanstalt in der Bozner Dantestraße inhaftiert und das bei einer offiziellen Kapazität von 105 Plätzen. Am Mittwoch hat der Bischof gemeinsam mit den Gefangenen, der Gefängnispolizei und den freiwilligen Mitarbeitern die traditionelle Wortgottesfeier vor dem Osterfest gefeiert und ihnen Hoffnung und Mut für die Zukunft zugesprochen.

„Glaubt an die Möglichkeit der Umkehr und an die Bekehrung. Glaubt an einen Gott, der euch nicht ausschließt, der euch nicht vergisst, der trotz aller Verfehlungen auf eurer Seite steht. Und bittet all jene um Vergebung, denen ihr Leid zugefügt habt“, sagte Bischof Muser.

Fehler eingestehen, Reue zeigen, um Vergebung bitten

Der Bischof machte den Verrat Jesu durch Judas zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Jesus sei von einem Menschen aus seinem nächsten Umfeld, dem er sein Vertrauen geschenkt habe, verraten worden, so Bischof Muser.

Vor diesem Hintergrund erklärte Muser: „Das Evangelium ruft uns zur Bekehrung auf. Nur durch die Reue, nur durch das Eingestehen unserer Fehler, nur durch das Bitten um Vergebung können wir Gnade und Mitgefühl erwarten."

Erste Wortgottesfeier mit neuer Direktorin

Für Bischof Muser war die heutige Wortgottesfeier die erste mit der neuen Direktorin des Gefängnisses, Francesca Gioieni.

„Ich bin seit etwa einem Monat hier“, sagte die neue Direktorin, „und konnte in diesen Wochen mit Freude erleben, wie viele externe Organisationen mit uns zusammenarbeiten. Das Gefängnis ist eine Realität und gehört zu dieser Stadt, zu diesem Land. Es verkörpert auch die hier vorherrschende Einstellung zu Recht und Gesetz."

Unterstützung für Bruno Bertoldi

Der Bischof bedankte sich bei Pater Giorgio Gallina und den Freiwilligen, die mit den Gefangenen arbeiten. Einen besonderen Dank richtete Muser an Bruno Bertoldi, der seit einem halben Jahrhundert mit dem Verein „Assistenti volontari carcere“ die Gefägnissinsassen unterstützt.

Seit einigen Wochen steht Bertoldi ein neuer Mitarbeiter, Stefano Fugazza, zur Seite. Bertoldi und Fugazza besuchen 2 bis 3 Mal pro Woche die Gefangenen.

Zum Osterfest schenkt der Verein „Assistenti volontari carcere“ in Zusammenarbeit mit dem Vinzenzverein jedem Gefangenen ein traditionelles Ostergebäck, die Ostertaube.

stol

stol