Montag, 11. April 2022

Bischof Muser besucht Gefängnis: „Glaubt an Reue und Umkehr“

Bischof Ivo Muser hat am heutigen Montag das Bozner Gefängnis besucht. Bei der vorösterlichen Wortgottesfeier hat der Bischof den Gefangenen Hoffnung und Mut für die Zukunft zugesprochen: „Das Ostergeheimnis selbst sagt uns: Es gibt keine Sünde mehr, die nicht vergeben werden kann - wenn wir sie zugeben und um Vergebung bitten. Glaubt an die Möglichkeit der Reue und Umkehr.“

Bischof Ivo Muser besuchte das Bozner Gefängnis. - Foto: © Diözese

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Pandemie den Besuch des Bischofs in der Haftanstalt unmöglich gemacht hatte, konnte Bischof Muser heuer wieder in der Gefängniskapelle gemeinsam mit den Gefangenen, der Gefängnispolizei und den (freiwilligen) Mitarbeitern die traditionelle Wortgottesfeier vor dem Osterfest feiern.

110 Männer sind derzeit sind in der Haftanstalt in der Bozner Dantestraße inhaftiert und das bei einer offiziellen Kapazität von 97 Plätzen. Direktorin Annarita Nuzzaci betonte, dass das Gefängnis trotz seiner alten und unzulänglichen Struktur ein lebendiges und pulsierendes Herz der Menschlichkeit sei, und dankte all jenen, die - wie Ärzte, Lehrer, Freiwilligen - daran arbeiten, dass es ein lebenswerter Ort und auch ein Ort der Hoffnung sei. Einen besonderen Dank richtete die Direktorin an Bruno Bertoldi vom Vinzenzverein, der seit 52 Jahren ehrenamtlich mit den Insassen arbeitet.

In seinen Worten an die Gefängnisinsassen sagte der Bischof: „Liebe Gefangene, niemand von uns will das, was ihr getan haben, herunterspielen. Auch bei diesem Gottesdienst will niemand sagen: Alles ist in Ordnung. Nein: Ihr müsst die Verantwortung für die falschen Entscheidungen in eurem Leben übernehmen. Aber trotz allem: Niemand darf seine Würde, seinen Wert, sein Selbstwertgefühl verlieren. Das Ostergeheimnis selbst sagt uns: Der Herr, der gestorben und auferstanden ist, hat unsere Sünde auf sich genommen. Es gibt keine Sünde mehr, die nicht vergeben werden kann - wenn wir sie zugeben und um Vergebung bitten. Glaubt an die Möglichkeit der Reue und Umkehr. Glaubt an einen Gott, der niemanden ausschließt, der niemanden vergisst, der auf eurer Seite ist.“

Abschließend wünschte der Bischof allen, die im Gefängnis arbeiten, allen Ehrenamtlichen und allen, die sich in den verschiedenen Organisationen für die Gefangenen engagieren, alles Gute: „Versucht stets, auch in den angespanntesten und schwierigsten Momenten die Würde der euch anvertrauten Menschen zu wahren. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr Träger einer wahren Menschlichkeit seid und wünsche mir, dass ihr das österliche Licht, das Licht des über Sünde, Tod und Grab siegreichen Christus, auch in diese manchmal schattige und dunkle Umgebung bringt.“

stol

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