Montag, 11. Februar 2019

Bischof Muser: „Kranken Menschen zeigen, dass sie Würde haben“

In der Kapelle der Pflegeeinrichtung Martinsbrunn in Meran hat Bischof Ivo Muser am Montagnachmittag zum Welttag der Kranken einen Gottesdienst gefeiert. Dabei betonte der Bischof, dass „wir heute Menschen brauchen, die keine Berührungsängste haben, die den Kranken menschliche Nähe vermitteln und so zeigen, dass sie trotz Hinfälligkeit und Gebrechlichkeit ihre Würde und ihren Wert haben“.

In Martinsbrunn hat Bischof Ivo Muser am Montagnachmittag zum Welttag der Kranken einen Gottesdienst gefeiert. - Foto: Diözese Bozen-Brixen
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In Martinsbrunn hat Bischof Ivo Muser am Montagnachmittag zum Welttag der Kranken einen Gottesdienst gefeiert. - Foto: Diözese Bozen-Brixen

„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“: Diese Aussage Jesu aus dem Matthäus-Evangelium steht im Mittelpunkt des Welttages der Kranken. Anlässlich des 27. Welttages erinnert die Kirche daran, dass die Gesten einer umsonst ausgeteilten Gabe, wie die des Barmherzigen Samariters, der glaubhafteste Weg der Evangelisierung sind.

Die Pflege des Kranken bedarf der Professionalität und des Zartgefühls, braucht spontane und einfache Gesten, die umsonst gegeben werden, wie zum Beispiel ein Streicheln, durch die man den anderen spüren lässt, dass er „wertvoll“ ist.

Zahlreiche Initiativen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

In Südtirol ist der Welttag der Kranken am Montag mit zahlreichen Initiativen in den Krankenhäusern und vielen Pflegeeinrichtungen des Landes begangen worden. Bischof Ivo Muser hat zum Welttag mit den Kranken, Ärzten, Schwestern, dem Pflegepersonal und den Freiwilligen in der Martinskapelle neben der Palliativstation von Martinsbrunn einen Gottesdienst gefeiert.

Die Würde der Kranken und Gebrechlichen stellte Bischof Muser in den Mittelpunkt seiner Predigt: „Heute brauchen wir Menschen, die keine Berührungsängste haben, die den Kranken und Leidenden, den Alten und Sterbenden die Hände auflegen, die ihnen menschliche Nähe vermitteln und so zeigen, dass sie trotz Hinfälligkeit und Gebrechlichkeit ihre Würde und ihren Wert haben.“

Bischof geht auf die neue Martinskapelle ein

Eingehend auf die Bilder in der neuen Martinskapelle sagte der Bischof: „Die wunderbaren Ikonen, die in dieser Kapelle gezeigt und verehrt werden, stellen Jesus als den Arzt dar, der sich treffen lässt von den körperlichen, seelischen, äußeren und inneren Krankheiten der Menschen. Christen sind berufen, ein Leben lang in seine Schule zu gehen. Liebe Kranke, liebe Ärzte, liebe Schwestern und verehrtes Pflegepersonal, lieber Pater Bernhard und nicht zuletzt liebe Freiwillige: ich möchte euch von ganzem Herzen danken, dass ihr gemeinsam versucht, an diesem Ort Hoffnung, Hilfe und Respekt vor dem Geheimnis und vor der Würde des Menschen zu leben.“

Martinsbrunn begleitet würdevoll Beeinträchtigte, Kranke und Sterbende

Martinsbrunn ist eine Einrichtung, die als Senioren- und Pflegeresidenz mit einem „Palliative Care“-Bereich und als Gesundheits- und Vorsorgezentrum von der Stiftung St. Elisabeth geführt wird. In Martinsbrunn sind die verschiedenen Facetten von Krankheit und Leiden, von Hinfällig- und Gebrechlichkeit, vor allem aber auch des Sterbens, allgegenwärtig.

„Wir begleiten Menschen, die auf unterschiedliche Weise auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Unsere Unterstützung richtet sich besonders an ältere Menschen, kranke Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir gehen mit den von uns betreuten Menschen einen Teil ihres Lebensweges und ermöglichen im Bewusstsein, dass auch das Sterben zu diesem Weg gehört, ein würdevolles Abschiednehmen“, erklärt Christian Klotzner, Präsident der Stiftung St. Elisabeth.

stol

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