Sonntag, 17. April 2022

Bischof Muser: Ostern ist Hoffnung

Ostern ist das höchste Fest im Kirchenjahr und feiert die Auferstehung Jesu. Zu Ostern vollendet sich der Heilsplan Gottes: Jesus Christus, der zu uns kam als das „Licht der Welt“, wird zu Ostern zum Licht der Hoffnung. Die mit dem Osterfest verbundene Hoffnung hat Bischof Ivo Muser in seiner Predigt beim Pontifikalamt im Bozner Dom als eigentliche Perspektive von Ostern beschrieben. Als konkretes Zeichen der Osterhoffnung bezeichnete Muser die große Solidarität der Südtiroler als Antwort auf den Krieg in der Ukraine.

Am Ostersonntag stand Bischof Ivo Muser dem Pontifikalamt im Bozner Dom vor. - Foto: © Diözese Bozen-Brixen

Bischof Muser erzählte in seiner Predigt, dass er sich vor Kurzem mit einigen jungen Frauen aus der Ukraine, die zusammen mit ihren Kindern vor den Gräueltaten des Krieges geflohen waren, im Haus St. Georg in Sarns getroffen habe: „Eine dieser Frauen fragte ich, woran sie gedacht habe, als sie in den Bus einstieg, der sie aus der Heimat wegbringen sollte. Die Antwort hätte ich mir nie vorstellen können: „Es kommt ganz bestimmt wieder Ostern – für uns und unser Land. Das ist meine Kraft und daran halte ich mich mit meinen beiden Kindern fest.“

Diese Hoffnung, so sagte Bischof Muser, sei die Perspektive von Ostern: „Hoffen bedeutet, über die Grenzen hinauszugehen, nicht im Hier und Jetzt zu verharren, nicht einfach in einer rein menschlichen Perspektive zu verharren. Die Hoffnung hält den Horizont für die Zukunft offen.“

Große Solidarität der Südtiroler als konkretes Zeichen der Osterhoffnung

Als konkretes Zeichen der Osterhoffnung sieht Bischof Muser in der großen Solidarität der Südtiroler als Antwort auf den Kriegsausbruch in der Ukraine am 24. Februar: „Die Spenden für unsere Caritas haben eine Million Euro überschritten. Es gab auch viele andere Zeichen, Begegnungen, Sammlungen und Initiativen der Verbundenheit und Solidarität. Auf all das können wir stolz sein, und an diesem Ostertag, an diesem feierlichen Tag unserer Hoffnung, sage ich allen ein herzliches und bewegendes Dankeschön.“

In seiner Predigt rief der Bischof auch in Erinnerung, dass der Krieg nicht auf den Schlachtfeldern beginne, sondern immer in den Gedanken, Gefühlen und Worten der Menschen: „Unsere Gedanken sind nie neutral und unsere Sprache verrät immer, was wir denken. Es gibt keinen Sieg, der durch Krieg, Nationalismus, Verachtung anderer Völker, Sprachen und Kulturen errungen wird. Wenn ein Krieg endet, gibt es immer nur Verlierer! Wir bitten heute darum, dass uns der Wunsch nach Einheit in der Vielfalt geschenkt wird - hier in Südtirol, aber auch im gemeinsamen Europa, wo sich verschiedene Kulturen begegnen und gegenseitig bereichern.“

Unter den Konzelebranten des Ostergottesdienstes war der griechisch-katholische Priester Vasyl Demchuk aus Lemberg in der Ukraine, der seit Jahren in Südtirol lebt. - Foto: © Diözese Bozen-Brixen



Unter den Konzelebranten des heutigen Ostergottesdienstes war der griechisch-katholische Priester Vasyl Demchuk aus Lemberg in der Ukraine, der seit Jahren in Südtirol lebt und u.a. als Religionslehrer tätig ist. Bischof Muser zitierte aus einem Interview Demchuks mit der Kirchenzeitung „Il Segno“: „Es ist ein ständiger Kampf, aber das Gute wird siegen. Das Gute wird über das Böse siegen. Deshalb lade ich alle ein, für den Frieden zu beten und sich für den Frieden einzusetzen.“

Abschließend wünschte der Bischof allen ein frohes Osterfest: „Der Friede sei mit euch. Mit dieser Zusage des Auferstandenen wünsche ich allen, hier im Bozner Dom und von hier aus allen Menschen in unserem Land, ein gesegnetes, lichtreiches, frohes und friedvolles Osterfest. Bauen wir mit Christus, dem Sieger über den Tod, Brücken des Friedens.“

stol

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