Donnerstag, 31. Dezember 2020

Bischof Muser zum Jahresende: „Umdenken ist notwendig“

Im Brixner Dom hat Bischof Ivo Muser am Silvesterabend den Dankgottesdienst zum Jahresende gefeiert. In seiner Predigt ging der Bischof auf die Corona-Pandemie ein, das alles dominierende Thema des abgelaufenen Jahres: „Unser Leben ist in kürzester Zeit anders geworden.“

Bischof Ivo Muser stand dem Dankgottesdienst zu Silvester vor.
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Bischof Ivo Muser stand dem Dankgottesdienst zu Silvester vor. - Foto: © Diözese
„Mit dem heutigen Tag“, begann Bischof Muser seine Predigt zum Jahresabschluss, „verabschieden wir ein Jahr, das ganz anders verlaufen ist als alles, was wir bisher gewohnt waren.“ Die Ausbreitung von Covid-19 habe den Alltag der Menschen so umfassend verändert wie keine andere Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.

„Viele Bilder, die wir im Frühjahr in den digitalen Medien zu sehen bekamen, wirkten wie Endzeit-Bilder: Hunderttausende Tote weltweit, aufgestapelte Särge, Massengräber, völlig überforderte Gesundheitssysteme“, erinnert der Bischof.

„Unser Leben ist in kürzester Zeit anders geworden. Der gewohnte Rhythmus wurde zerstört. Das Virus trifft die Menschen in einem urmenschlichen Bedürfnis, nämlich im Bedürfnis nach Gemeinschaft.“

Dankesworte des Bischofs

Plötzlich laute die Losung, auf Distanz gehen, Verzicht auf soziale Kontakte. Viele Menschen hätten Schwierigkeiten damit. Man könne es auch so sagen: Corona verunsichere, Corona mache Angst, Corona trage Streit in die Familien und in die Gesellschaft. Corona mache arm.

Der Bischof warnte davor, so zu tun, als ob die Pandemie uns am schwersten getroffen hätte: „Wer sensibel genug ist für das Leid von Menschen anderer Völker und anderer Weltgegenden, wird nicht nur die Wunden lecken, die diese Pandemie uns geschlagen hat und wird sich nicht darauf beschränken, nur für den eigenen Bereich zu fordern und das Maximum herauszuholen. Nicht egoistische Lobbybildung soll unsere Antwort sein, sondern ein lokales und weltweites Umdenken.“

Eine Mentalität des immer mehr in vielen Bereichen des persönlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens habe ausgedient. Abschließend bedankte sich der Bischof bei allen, die sich in diesem Jahr in den Dienst des Lebens und der Gemeinschaft gestellt haben: „Ich danke allen, die in diesem schwierigen Jahr in Krankenhäusern und Altenheimen Großartiges geleistet haben und die dadurch gezeigt haben, dass jedes Leben Schutz, Hilfe und Anteilnahme verdient“, betonte Muser.

„Danke denjenigen, die unter schwierigen Bedingungen in Schulen und Bildungseinrichtungen, bei den Sicherheitskräften, in sozialen Strukturen, in Geschäften, Betrieben und den Medien arbeiten mussten. Der Beitrag von so vielen wurde in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens benötigt.“

Einen Dank richtete er unter anderem auch an die politisch Verantwortlichen, die Freiwilligen von Organisationen, die Priester und an die Frauen und Männer, die in den Pfarreien mitarbeiten.

stol