Bei dem Treffen hätt es ausreichend Zeit gegeben „verschiedene Herausforderungen ganz offen anzusprechen“, so der Bischof. Franziskus habe „sehr genau zugehört und Mut zugesprochen“.„Es war eine ganz besondere Atmosphäre“, sagte Bischof Muser.„Wir sind mit dem Papst im Kreis gesessen und in dieser mitbrüderlichen Atmosphäre hat jeder Bischof sein Bistum vorgestellt und ist auf die dortigen Herausforderungen eingegangen.“Besondere Situation der drei SprachgruppenBei der Vorstellung der Diözese Bozen-Brixen hat Bischof Muser auf die christlichen Wurzeln des Landes hingewiesen, ist auf die Situation der drei Sprachgruppen eingegangen und auf den wertvollen Dienst, den die Kirche in diesem Bereich geleistet hat und leistet – ein Beitrag, der auch gesellschaftlich immer mehr gesehen und anerkannt werde.Dies vor allem auch deshalb, weil zunehmend verstanden werde, dass es sich hierbei keineswegs nur um eine Herausforderung, sondern um eine Bereicherung handelt. Bischof Muser ist in seinen Ausführungen auch darauf zu sprechen gekommen, dass sich das Gesicht des Landes und der Diözese stark verändert – gesellschaftlich und innerkirchlich. Sonntag in GefahrAuch der Sonntag kam im Gespräch zwischen Bischof Muser und dem Papst vor. Der Bischof betonte, dass in der gesellschaftlichen Entwicklung in Italien, wo auf Produktivität, Effizienz, Wirtschaftlichkeit gesetzt wird, für die Kirche viel auf dem Spiel stehe, da der Sonntag wesentlich zur christlichen Identität gehöre.Als Kernaufgaben nannte Bischof Muser die Weitergabe des Glaubens an Kinder und Jugendliche, aber heute genauso an Erwachsene. Zudem die geistlichen Berufe und die großen Umbrüche in Ehe und Familie, die wertvollen Traditionen, die es immer noch gibt und die es gilt, mit Glauben und neuem Leben zu füllen. Dabei zeigte der Bischof auf, dass die Diözesansynode eine Antwort auf die pastoralen und strukturellen Herausforderungen im Bistum Bozen-Brixen sein soll. Als besonderen Reichtum hat der Bischof die vielen guten und treuen Priester und Ordensleute, aber auch die vielen Laienmitarbeiterinnen und –mitarbeiter hervorgehoben und unterstrichen, dass die Kirche in der Gesellschaft präsent ist und geschätzt wird.Papst: Sorge um sinkende Zahl geistlicher BerufePapst Franziskus seinerseits hat mit Sorge auf die sinkende Zahl der geistlichen Berufe in den Diözesen von Nord-Ost-Italien den Blick gerichtet und sein Bedenken auf die Veränderungen im Bereich von Ehe und Familie zum Ausdruck gebracht.Er betonte, dass der Glaube oftmals nur mehr als Event gesehen werde, der nicht mehr übertragen werde in das alltägliche Leben, in die Lebensplanung. Mit Sorge blickte Papst Franziskus auch auf die ökonomische Krise und gab zu bedenken, dass eine Zunahme dieser Krise soziale und gewaltsame Konflikte zur Folge haben könnte.Als Antwort auf diese großen Herausforderungen ermutigte Papst Franziskus die Bischöfe dazu, Zeugen der Frohen Botschaft zu sein, Zeichen der Hoffnung zu setzen und den jungen Menschen Mut zuzusprechen.