Mittwoch, 15. Mai 2019

Bizarrer Armbrust-Fall: 19-jähriges Opfer galt jahrelang als vermisst

Der Armbrust-Fall mit drei Toten in Passau und zwei Toten in Wittingen gibt weiter Rätsel auf. Insbesondere die Frage nach einem Motiv für das gesamte Geschehen ist nicht geklärt. Eines der Opfer von Wittingen, eine 19-Jährige, soll seit Jahren vermisst gewesen sein, berichtete der Fernsehsender RTL unter Verweis auf Ermittler.

Eines der Opfer von Wittingen, eine 19-Jährige, soll seit Jahren vermisst gewesen sein.
Eines der Opfer von Wittingen, eine 19-Jährige, soll seit Jahren vermisst gewesen sein. - Foto: © APA/AFP

Die Eltern der 19-Jährigen erzählten im Interview, wie ihre Tochter den 53-Jährigen im Kampfsportklub kennenlernte und wenig später den Kontakt zur Familie abbrach. Die Zeitung „Bild“ zitierte am Abend einen Mann, der von seiner Begegnung mit dem 53-Jährigen berichtete. Demnach hatte er dem 53-Jährigen vorübergehend einen Pferdehof verpachtet. Die Frauen sollen sich dem 53-Jährigen gegenüber auffallend unterwürfig verhalten haben.

Die Obduktionen der Leichen haben am Dienstag zumindest etwas Licht ins Dunkel gebracht. Die rechtsmedizinische Untersuchung der Toten aus Passau gab Hinweise Tötung durch die Pfeile. Völlig unklar ist bislang das Motiv für das Geschehen. Das Trio hatte sich am Freitag in einer Pension eingemietet und war am Samstag von Mitarbeitern tot in einem Gästezimmer gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei einem 53-Jährigen und einer 33-Jährigen um Tötung auf Verlangen handelte, bei einer 30-Jährigen um Suizid.

Geklärt ist die Identität der beiden am Montag in einer Wohnung in Wittingen gefundenen Frauen. Wie sie ums Leben kamen, blieb zunächst unklar. Bei einer der Frauen handelte es sich laut Polizei um die Lebensgefährtin der 30-Jährigen. Die zweite Tote ist die 19-Jährige, die ebenfalls in der Wohnung lebte. (STOL hat über den mysteriösen Fall berichtet)

Die Ermittlungen dauern an. In zwei bis drei Wochen sei mit einem Abschlussbericht zu rechnen, sagte ein Sprecher der dortigen Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

apa/dpa

stol