Sonntag, 08. September 2019

Blumau erinnert an die Opfer des Faschismus

Um dem Vergessen und der Verdrängung der vom faschistsichen Regime errichteten Konzentrationslager „Campo d’Isarco“ und Verbrechen in Südtirol wie anderswo entgegenzuwirken, hat das von Schützen, Vertretern der Heimatverbände, Gemeindevertretern und Einzelpersönlichkeiten gebildete „Blumauer Gedenkkomitee“ wie jedes Jahr am ersten Samstag des Septembers vor dem Gedenkstein in Blumau eine Gedenk- und Mahnwache abgehalten.

Giuseppe Matuella, Mitglied des Kulturvereins „Circolo Michael Gaismayr" gedachte gemeinsam mit vielen Ehrengästen der Opfer des Faschismus in Blumau.
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Giuseppe Matuella, Mitglied des Kulturvereins „Circolo Michael Gaismayr" gedachte gemeinsam mit vielen Ehrengästen der Opfer des Faschismus in Blumau.

Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes, konnte zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sozialem begrüßen, darunter den Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, den Obmann der Freiheitlichen Partei, Landtagsabgeordneten Andreas Reber, den Altlandeskommandanten der Schützen, Elmar Thaler, die Altmandatare Eva Klotz und Pius Leitner, und den Altbezirkspräsidenten des Kaufleuteverbandes von Bozen und Umgebung, Werner Schmid und den Altpräsidenten des Südtiroler Genossenschaftsverbandes, Alberto Stenico, sowie eine Vertretung des Kulturvereines Noi Tirolesi/ Wir Tiroler aus Welschtirol.  

Die geladenen Ehrengäste

Die geladenen Ehrengäste

„Möge diese Gedenkfeier und der als Mahnung aufgestellte Gedenkstein uns stets daran erinnern, dass hier Menschen verschiedener Völker inhaftiert waren. Und eine Mahnung sein für unser aller Freiheit“, schloss der SHB-Obmann seine Begrüßungsansprache.

Tagebuch eines Wachsoldaten

Karl Saxer, Gemeinderat von Karneid und zusammen mit den örtlichen Schützen Initiator der Gedenkveranstaltung und des Gedenksteins, las einige Passagen aus dem vor einem Jahr aufgetauchten Tagebuch des aus dem Trentino stammenden KZ-Wachsoldaten vor. Dieses Tagebuch betonte Saxer, stelle eine wichtige Quelle über die Geschehnisse im Lager, aber auch über Leid und Tod der Kriegszeit dar. 

Ein Kranz im Zeichen des gemeinsamen Gedenken

Schützenhauptmann und Wortgottesdienstleiter Karl Schroffenegger erinnerte in Fürbitten und einem gemeinsamen Gebet an das Leid der Gefangenen. Danach legten zwei örtliche Jungschützen am Gedenkstein einen Kranz nieder.

Im Gedenken an die Opfer des Faschismus wurde ein Kranz niedergelegt.

Im Gedenken an die Opfer des Faschismus wurde ein Kranz niedergelegt.

Auf der in den Tiroler Farben kombinierten Kranz standen in deutscher, italienischer und englischer Sprache die einfachen Worte: In Erinnerung, in memoria, in memory. Es sind dieselben Worte die auch auf den Gedenkstein in Erinnerung an die im italienischen Konzentrationslager „Campo Isarco“ angebracht sind.

Mit dem Absingen der Tiroler Landeshymne (Andreas-Hofer-Lied) endete die Gedenkfeier. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom „Grennberg Brass Quartett“.

stol