Montag, 14. Dezember 2015

Blut, Urin und DNA: Größte Biobank Südtirols eröffnet

Etwa 600.000 Blut-, Urin- und DNA-Proben werden in der am Montag eingeweihten Einrichtung schon aufbewahrt. Mit den dazugehörigen klinischen Daten spiegeln sie den Gesundheitszustand der Bevölkerung und stellen eine wertvolle Grundlage für die medizinische Forschung dar, denn: Jede Probe erhöht die Chance, Krankheiten besser zu verstehen, vorzubeugen und zu behandeln.

Badge Local

In Meran gibt es eine solche Einrichtung seit 2011, jetzt wird sie durch eine wesentlich größere (230 Quadratmeter) in Bozen ergänzt.

Bei Temperaturen bis von bis zu minus 80 Grad – im Fall der Tanks mit flüssigem Stickstoff sogar bis minus 196 Grad – können die Proben hier langfristig gelagert werden, ohne dass ihre Qualität und damit ihr Wert für zukünftige Untersuchungen abnimmt. Es handelt sich um Blut-, Urin- und DNA-Proben der Südtiroler Bevölkerung und klinische Proben des Diensts für Immunhämatologie und Bluttransfusion.

Alle Proben und Daten sind mit einem Code gekennzeichnet- die sichere Verschlüsselung von Informationen ist ein zentrales Element im Management von Biobanken. 

„Anhand der großen Datenmenge ist es möglich, statistisch relevante Ergebnisse zu erhalten, um die Entwicklung von Krankheiten, etwa Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, über einen langen Zeitraum zu untersuchen“, erklärt Peter Pramstaller, Leiter des EURAC-Zentrums für Biomedizin.

„Indem wir die Proben und Daten von Patienten analysieren, die an der Krankheit leiden, und sie mit gesunden Kontrollen vergleichen, können wir eventuelle molekulare, wie zum Beispiel genetische, Ursachen entdecken und den Einfluss von Umweltfaktoren bestimmen.“ 

Der größte Teil der Proben stammt bislang von den 8000 Teilnehmern an der großen CHRIS-Gesundheitsstudie im Vinschgau (Cooperative Health Research in South Tyrol), einem gemeinsamen Projekt der EURAC und des Südtiroler Sanitätsbetriebs, das untersucht, welche Rolle genetische Veranlagung, Lebenswandel und Umwelteinflüsse bei der Entwicklung bestimmter Krankheiten spielen.

stol

stol