Samstag, 27. Januar 2018

Blutbad in Disco: 14 Menschen in Brasilien erschossen

Bewaffnete Männer haben eine Diskothek in Brasilien angegriffen und mindestens 14 Menschen erschossen. Die Täter stürmten den Nachtclub in der Stadt Fortaleza am Samstagfrüh (Ortszeit) und eröffneten das Feuer auf die Gäste, wie die Zeitung „Diario do Nordeste“ unter Berufung auf die Polizei berichtete. Zuvor war von 18 Toten die Rede gewesen.

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Die Polizei ging davon aus, dass die Attacke im Zusammenhang mit Revierkämpfen zwischen verfeindeten Drogenbanden steht. Ersten Erkenntnissen zufolge griffen Mitglieder des Gang Guardiões do Estado (Wächter des Staats) dabei Angehörige der Bande Comando Vermelho (Rotes Kommando) an.

Das Comando Vermelho ist eine der ältesten und mächtigsten Verbrecherorganisationen des Landes. Es hat seine Hochburg in Rio de Janeiro und kontrolliert dort große Teile des Drogenhandels. Das Verbrechersyndikat ist aber auch in anderen Regionen Brasiliens und im Ausland aktiv. Die Guardiões do Estado sind eine lokale Gang aus Fortaleza und ringen dort mit dem Comando Vermelho um Macht und Geschäftsanteile.

Nach Erkenntnissen der Polizei fuhren die schwer bewaffneten Angreifer in drei Autos vor der Disco vor und schossen auf die Feiernden. Die meisten Opfer waren demnach Frauen. Sechs weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt, darunter ein zwölfjähriger Junge. Unter den Opfern waren offenbar auch Unbeteiligte. Vier ihrer Freunde seien bei dem Angriff getötet worden, sagte eine Zeugin der „Diario do Nordeste“. Keiner von ihnen sei kriminell gewesen.

Im Bundesstaat Ceará rund um Fortaleza wurden im vergangenen Jahr über 5000 Tötungsdelikte registriert – rund 50 Prozent mehr als 2016. Aufgrund von Kürzungen der Polizei-Etats wegen der schweren Haushaltskrise in Brasilien hat sich die Sicherheitslage in weiten Teilen des Landes zuletzt verschlechtert.

dpa

stol