Sonntag, 23. Mai 2021

Blutbad von Capaci: Heute vor 29 Jahren

Am heutigen Sonntag jährt sich das Blutbad von Capaci zum 29. Mal.

Das Unglück ereignete sich vor 29 Jahren. - Foto: © Vigili del Fuoco/Screenshot
Am 23. Mai 1992 wurde der Mafia-Jäger, Richter Giovanni Falcone, durch Killer der Cosa Nostra ermordet. Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und 3 seiner Leibwächter wurden bei einem Bombenanschlag auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo in die Luft gesprengt. 23 weitere Menschen wurden verletzt.

Falcone, der 53-jährig starb, hatte sich bemüht, die internationalen Verbindungen der Cosa Nostra aufzudecken. Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des sogenannten Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er-Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten. Sein engster Kollege, Paolo Borsellino, sowie 5 Leibwächter, wurden 2 Monate nach Falcone ebenfalls durch ein Sprengstoffattentat der Mafia auf Sizilien getötet.



Mattarella ruft im Kampf gegen Mafia zu Zivilcourage auf
Auch Staatspräsident Sergio Mattarella hat am Sonntag Mafia-Jäger Falcone gewürdigt. Dabei rief er zu Mut und Zivilcourage im Kampf gegen das organisierte Verbrechen auf.

„Im Gegensatz zu dem, was die Mafiosi hofften, war die Folge des Opfers Falcones die Verbreitung einer neuen, dauerhaften Ablehnung des Phänomens Mafia“, sagte der italienische Präsident bei einer Gedenkzeremonie in Palermo. Dank Falcones Opfer sei sich die Gemeinschaft ihrer Pflicht bewusster geworden, ihren Teil tun zu müssen, um den Nährboden trocken zu legen, auf dem die Mafia gedieh, sagte Mattarella. Gedenkfeiern zu Ehren Falcones fanden in ganz Italien statt.

Auch Südtiroler Landtag gedenkt

Auch der Südtiroler Landtag schließt sich einer gemeinsamen Initiative der Regionalparlamente zum Gedenken an Richter Falcone an.

Anlässlich des Jahrestages hat der Südtiroler Landtag die Einladung der Falcone-Stiftung an die Regionalparlamente angenommen, mit einem weißen Tuch an ihren Fassaden an dieses Massaker zu erinnern.



„Dies ist ein Zeichen in Erinnerung an die Arbeit und das Opfer von Giovanni Falcone“, betont Präsidentin Rita Mattei, „und eine Mahnung, den Kampf gegen das Verbrechen weiter zu führen.“



stol/apa/dpa

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