Donnerstag, 24. November 2016

Blutspende: Ein Dienst am Nächsten

Wussten Sie, dass gespendetes Blut auch bei optimaler Lagerung nur 40 Tage haltbar ist? Und dass statistisch jeder Mensch einmal im Leben auf eine Blutspende angewiesen ist? Das sind nur einige Gründe, weshalb es der Vereinigung AVIS und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb wichtig ist, Aufklärungsarbeit zum Thema Blutspende zu betreiben.

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Foto: © shutterstock

Die Pressekonferenz am Donnerstag wurde bewusst in den Räumlichkeiten des Transfusionszentrums des Bozner Krankenhauses durchgeführt. Dort, wo täglich rund 50 Blutspenden durchgeführt werden, wird schnell klar, was für einen wichtigen Dienst man hier leistet.

Wie Primar Ivo Gentilini vom Dienst für Immunhämatologie und Bluttransfusion erklärte, sei die Bereitschaft Blut zu spenden in Südtirol nach wie vor hoch: „Wir haben hier derzeit allein im Krankenhaus Bozen 6.000 Freiwillige, die bereits seit Jahren zur Blutspende kommen. Trotzdem benötigen wir immer noch neue Spender, denn natürlich scheiden zum Beispiel aus Altersgründen immer wieder Personen aus.“

Alle Blutgruppen sind gefragt 

Allein im Krankenhaus Bozen werden jährlich rund 10.000 Blutspenden durchgeführt, Männer werden durchschnittlich viermal im Jahr „zur Ader gelassen“, Frauen rund zweimal. Die Spende selbst dauert nur wenige Minuten, es wird ca. 450 Kubikzentimeter Blut gespendet (ein Erwachsener verfügt über 5-6 Liter Blut).

Ein kleiner Imbiss nach der Spende ist garantiert, ebenso steht dem Spender gesetzlich ein Ruhetag zu.

Das gespendete Blut wird für Bluttransfusionen im Falle von Operationen oder Notfällen benötigt – alle Blutgruppen sind dabei gefragt, denn ohne menschliches Blut läuft nichts. So erstaunlich es klingt: Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts.

Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. Der Appell deshalb an alle Interessierten: „Melden Sie sich als Blutspender, Sie tun dabei Gutes und können Ihre eigene Gesundheit besser kontrollieren, denn regelmäßige Blutanalysen werden dabei natürlich auch gemacht.“

Befunde werden jetzt online geschickt 

Gerade diese Blutanalysen, die routinemäßig durchgeführt werden, um die gesetzlich vorgeschriebenen Testungen zu absolvieren, erleben nun eine Neuerung: Beginnend im Gesundheitsbezirk Bozen - nach und nach ist eine graduelle Ausweitung auf das restliche Land geplant - stellt der Südtiroler Sanitätsbetrieb nun diese Ergebnisse dem Spender online zur Verfügung. Ein kurzer Klick auf der Homepage des Sanitätsbetriebes (https://refonline.sabes.it ), natürlich passwortgesichert, und die letzten Analysen der Blutwerte können bereits am Tag nach der Blutspende abgerufen werden.

Kein Befundabholen, kein Anstehen, kein umständlicher Weg mehr - “besonders für die Spender, die von außerhalb des Stadtgebietes kommen oder aus Arbeitsgründen nicht Zeit finden, ihren Befund abzuholen, stellt dieser Schritt eine wesentliche Erleichterung dar“, erklärt Generaldirektor Thomas Schael. 

Nach und nach ist geplant, alle Labor- und Radiologie-Befunde (nicht nur jene der Blutspender) mit der Möglichkeit zu versehen, diese online abzurufen: „Dies ist in der heutigen digitalen Zeit ein Angebot, das wir unseren Bürgern anbieten möchten. Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Schwierigkeit stellt dabei die Verwaltung der Bezahlung dar. Aber wir sind uns sicher, dass wir auch dieses Problem in den Griff bekommen werden und denken, dass wir im Frühjahr 2017 soweit sein werden.“ 

stol

stol