Sonntag, 28. April 2019

Bluttat auf Teneriffa: Ermittler durchsuchen Wohnung in Halle

Spanische Sozialarbeiter kümmern sich um das deutsche Kind, das die tödliche Attacke auf Mutter und Bruder überlebt hat. Der tatverdächtige Vater sitzt weiter in Haft. In Halle gibt es derweil Durchsuchungen.

Der von der Guardia Civil verhaftete Mann bestreitet vorerst die Tötung von Ehefrau und Sohn.
Der von der Guardia Civil verhaftete Mann bestreitet vorerst die Tötung von Ehefrau und Sohn. - Foto: © APA/AP

Nach der Tötung einer 39-jährigen Deutschen und ihres 10 Jahre alten Sohnes auf Teneriffa hat die Polizei in Halle eine Wohnung der Familie durchsucht. Es gebe ein Amtshilfeersuchen der spanischen Behörden an Justiz und Polizei in Sachsen-Anhalt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts, sagte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Halle am Sonntag. Deshalb sei am Samstag eine Wohnung der Familie in Halle auf Anhaltspunkte durchsucht worden. Weitere Details nannte die Sprecherin nicht und verwies an die Staatsanwaltschaft.

Mutter und Sohn tot aufgefunden

Der Vater des Kindes wird verdächtigt, die getrennt von ihm lebende Mutter und seinen Sohn in einer Höhle brutal zu Tode geprügelt zu haben. Ein zweiter Sohn, dessen Alter von den Behörden vorerst mit „sechs bis sieben“ angegeben wird, floh in letzter Minute und erzählte den Behörden von der Attacke. Gegen den 43-jährigen Vater, der schon länger auf Teneriffa lebt, war am Freitagabend Haftbefehl erlassen worden. Die Mutter und ihre beiden Söhne waren zum Osterbesuch am Montag auf die Insel gereist.

Großeltern doch noch nicht beim Kind

Der überlebende kleine Sohn wird seit Dienstag von Sozialarbeitern und Psychologen betreut. Zunächst hatte es geheißen, die Großeltern mütterlicherseits oder eine Tante würden auf die Insel kommen, um sich um das Kind zu kümmern. Am Samstag hatte die spanische Zeitung „Diario de Avisos“ dann aber berichtet, die Familienangehörigen seien zunächst wegen ihres Schocks über das Geschehene nicht in der Lage gewesen, nach Teneriffa zu reisen. Ob bis zum Sonntag ein Verwandter eingetroffen war, wurde zunächst nicht bekannt.

„Diskussion ja, Tötung nein“

Die Möglichkeit, gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen zu werden, gibt es laut einem Gerichtsbeschluss für den Tatverdächtigen nicht. Bei einer mehrstündigen Vernehmung habe sich der Mann geweigert, mit der Justiz zusammenzuarbeiten, hieß es. Wie spanische Medien am Wochenende unter Berufung auf die Behörden berichteten, soll der Mann eine Diskussion mit seiner Frau eingeräumt haben. Er soll aber behauptet haben, seine Frau und sein Sohn seien noch am Leben gewesen, als er sie zuletzt gesehen habe. Die Autopsie der Leichen soll in den nächsten Tagen Klarheit über den Tathergang bringen.

dpa

stol