Zum Familiendrama soll es gegen 19 Uhr im ersten Stock eines Hauses in Nordheim in Sarnthein, in dem Rosa Reiterer wohnte. Ihre Tochter Heidi Reiterer, deren Mann Stefan Kiem, und die beiden Kinder der Familie - eine Achtjährige und ein Dreijähriger -, leben im zweiten Stock.Abschied von den Kindern - anschließend Geständnis in Bozen Stefan Kiem sollte am Abend in der Wohnung von Rosa Reiterer auf Wunsch der 75-Jährigen eine Steckdose reparieren, als es einen Streit zwischen Kiem und der Frau gab. Dabei habe er einen Blackout gehabt, gab der 41-Jährige beim Verhör an.Nach der Tat habe er die Leiche zurückgelassen und sei in seine Wohnung gegangen, um seiner Frau vom Mord zu erzählen. Gemeinsam habe man beschlossen, die Nacht in der Wohnung zu verbringen: Er sollte sich am nächsten Tag von den Kindern verabschieden und sich dann den Carabineri stellen.Am Sonntagmorgen haben Stefan Kiem und Heidi Reiterer schließlich die Kinder zu seinen Eltern nach Bozen gebracht.Gegen 10.30 Uhr gingen sie dann - gemeinsam mit dem Vater von Stefan Kiem und seiner Schwester - zu den Carabineri von Bozen, wo er den Beamten gegenüber erklärte, er habe am Samstag seine Schwiegermutter Rosa Reiterer mit mehreren Hammerschlägen ermordet.Als die Carabinieri von Sarnthein zum Haus der Familie fuhren, um die Angaben zu überprüfen, fanden sie die Leiche der Frau.Die Bozner Carabineri und der ermittelnde Staatsanwalt Markus Mayr fuhren am Sonntagmittag ebenfalls nach Sarnthein zum Tatort, um Spuren zu sichern.Anschließend brachten sie den mutmaßlichen Täter in die Kaserne der Carabineri nach Bozen, wo der Mann vom Nachmittag an bis 22.30 Uhr beinahe ununterbrochen verhört wurde.Der Bericht des mutmaßlichen MördersDer 41-Jährige gab dabei gegenüber den Ermittlern an, am Samstagabend in der Wohnung von Rosa Reiterer Reparaturarbeiten durchgeführt zu haben, als es zu einem Streit zwischen ihm und Rosa Reiterer gekommen sei, der tödlich endete.Rosa Reiterer habe in seiner Anwesenheit immer wieder sarkastische Bemerkungen, auch über ihre Tochter Heidi, gemacht. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter sei nicht die beste gewesen, so Kiem gegenüber dem Staatsanwalt und den Carabinieri."Mein Verhältnis zu ihr war kühl, aber respektvoll" Zudem habe sie sich am Samstagabend bei ihm beklagt, dass der Zeitpunkt für Reparaturarbeiten jetzt schlecht sei und ihn sarkastisch gefragt, ob er sein Handwerkszeug, das er für die Reparatur brauche, schon wieder nicht dabei habe, als er nur mit einem Hammer gekommen sei.Sein Verhältnis mit Rosa Reiterer sei normal und respektvoll, aber eher kühl gewesen, erklärte Kiem. Als die Frau während der Reparaturarbeiten an der Steckdose wieder eine dumme Bemerkung gemacht habe, sei er mit einem Ruck aufgestanden. Dabei habe er sie unabsichtlich mit dem Hammer im Gesicht getroffen. Dieser Schlag sei nicht beabsichtigt gewesen, überhaupt sei die Tat nicht geplant gewesen, sondern aus einer plötzlich entstandenen Situation heraus passiert, soll Kiem im Verhör angegeben haben."Hatte ein Blackout" Er habe ein Blackout gehabt und nicht mehr gewusst, wie im geschehe, erklärte der 41-Jährige. Ihm sei sofort bewusst gewesen, dass er Rosa Reiterer erschlagen habe. Weitere Zeugen für die Tat soll es nicht geben. Nach der Tat habe er die Leiche im Wohnzimmer liegen lassen und sei in seine Wohnung zu seiner Familie zurück, um mit seiner Frau zu beraten, was er tun solle.Rosa Reiterer hat mehrere Verletzungen am Kopf erlitten, die zum Tod geführt haben dürften. Am Dienstag soll eine Autopsie durchgeführt werden.Stefan Kiem sitzt derzeit im Bozner Gefängnis ein. rb/ba