Ein Bozner Handwerker und seine Lebensgefährtin waren in der Quästur in der Drususstraße vorstellig geworden, um einen Diebstahl zu melden: Ihr nagelneuer BMW X3 im Wert von 50.000 Euro sei gestohlen worden. Sie hätten das Fahrzeug regulär abgeschlossen in der Parmastraße geparkt.Die Polizei begann umgehend mit den Ermittlungen: Dutzende Zeugen wurden befragt, Material von Überwachungskameras auf Hinweise untersucht und vieles mehr.Auf Nachfrage bei der Zollbehörde in Marokko wurde bald klar, dass das "gestohlene" Auto bereits zwei Wochen zuvor von einem Mann aus Kalabrien nach Afrika verkauft worden war. Dieser hätte auch die Verzollung nach Mauretanien übernommen.Zudem brachten die BMW-Techniker in München ans Licht, dass einer der beiden elektronischen Schlüssel, die der Polizei von den Boznern übergeben worden waren, eine Fälschung war.Beschlagnahmter Telepass bestätigt Reise des BMW nach AfrikaIn Zusammenarbeit mit ihren Kollegen in Kalabrien durchsuchten die Beamten der Staatspolizei die Wohnungen des Paares in Bozen und des Unterhändlers, ebenso die Wohnung eines weiteren mutmaßlichen Komplizen.Dabei wurden mehrere Gegenstände beschlagnahmt, unter anderem ein Telepass, der sich als das letzte Puzzle-Stück entpuppte.Die daraus gewonnenen Daten zeigten, dass zwei Männer aus Marokko den BMW über Frankreich und Spanien nach Marokko, weiter durch die Sahara bis nach Mauretanien gebracht hatten.Das Bozner Paar wurde gemeinsam mit dem Kalabresen und den beiden Marokkanern wegen vorgetäuschtem Autodiebstahl und Versicherungsbetrug angezeigt.Vier weitere Bozner wurden wegen Falschaussage angezeigt: Sie hatten unter Eid ausgesagt, das Auto noch am Tag vor dem vermeintlichen Diebstahl in Bozen gesehen zu haben.liz