Samstag, 10. Oktober 2020

Böse Überraschung nach Westafrika-Reise

Eine böse Überraschung erlebte eine Frau, Mitte 40, die kürzlich von einer Reise in ein westafrikanisches Land nach Südtirol zurückkehrte: Malaria wurde bei ihr diagnostiziert und sie musste auf der Intensivabteilung des Krankenhauses Bozen behandelt werden.

Böse Überraschung nach einer Westafrika-Reise für eine Südtirolerin.
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Böse Überraschung nach einer Westafrika-Reise für eine Südtirolerin. - Foto: © shutterstock
Malaria ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt mit etwa 200 Millionen Erkrankten pro Jahr und kann tödlich enden. 2017 war ein erst 4-jähriges Mädchen in Trient daran gestorben.

Die kürzlich erkrankte Frau befand sich am Montag noch im Bozner Krankenhaus, ihr Zustand sei stabil, hieß es.

Malaria wird in Südtirol selten diagnostiziert, berichtet die Primarin der Infektionsabteilung des Krankenhauses Bozen, Dr. Elke Maria Erne. „Meist handelt es sich dabei um Rückreisende von Urlauben aus Malaria-Gebieten.“ Zu den Gebieten mit hohem Malaria-Risiko zählen viele Länder Afrikas. 2019 wurden 5 Fälle in Südtirol diagnostiziert, 2018 und 2017 waren es jeweils 3 Fälle

Malaria wird von Parasiten der Gattung Plasmodium verbreitet. Dabei gibt es mehrere Erreger. Der gefährlichste und zugleich am weitesten verbreitete ist Plasmodium falciparum, erklärt Primarin Erne. Auch in Südtirol werde dieser Parasit bei Malaria-Fällen am häufigsten nachgewiesen. Übertragen wird der Erreger durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles.

Zu den typischen Symptomen einer Malaria-Erkrankung zählt vor allem das hohe Fieber, erklärt Primarin Erne – weiters Kopf- und Gliederschmerzen. Das Um und Auf bei Malaria sei die rasche Erkennung. „Das Problem dabei ist: Viele denken heute nicht mehr an Malaria – sondern glauben, an Covid oder einer Grippe erkrankt zu sein“, berichtet Erne.

Die Diagnose erfolge über das Mikroskop: „Dort schaut man sich die roten Blutkörperchen des Patienten an.“ Werde Malaria diagnostiziert, so gehe es um die Prozentzahl an Parasiten im Blut – je höher, desto schlimmer die Erkrankung. „Bei schweren Fällen sind die Parasiten bis in das Gehirn gelangt“, erklärt Erne. „Die zerebrale Malaria ist die schlimmste.“ Gegen Malaria gibt es keine Impfung, aber eine Prophylaxe wie beispielsweise Malarone. Diese Prophylaxe ist relativ sicher, erklärt Dr. Erne. In seltenen Fällen können Menschen trotz dieser Prophylaxe an Malaria erkranken: In diesem Fall sei der Krankheitsverlauf dann aber milder.

d

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