Solche Fälle ereignen sich jeden Winter in Südtirol – und es sind nicht wenige. <BR /><BR />„Seit Beginn der Kälte hatte ich 7 Fälle“, berichtet Kfz-Techniker Gerold Steger aus St. Lorenzen. Betroffen seien typischerweise italienische Touristen aus anderen Regionen, die mit einem Tank voller „normalem“ Diesel zuhause starten und mit halbvollem Tank dann beim Hotel in Südtirol im Freien parken und den Pkw dann tagelang nicht mehr benützen. Zum Skigebiet fahren diese Touristen dann mit den Bussen, berichtet Steger. Am Abreisetag erst starten sie wieder ihren Pkw. Auf der Fahrt folgt dann bald die böse Überraschung. Das Auto bleibt stehen und lässt sich nicht mehr bewegen. Das Problem: der Diesel. Paraffinpartikel verstopfen das Kraftstoffsystem und den Kraftstofffilter. <h3> 1. Hilfe: Auto in die Garage</h3>Die günstigste Lösung in diesem Fall wäre es, den Pkw in eine warme Garage zu stellen, berichtet Steger. „Am nächsten Tag funktioniert dann alles wieder normal.“ Bis dahin ist das gesamte Kraftstoffsystem wieder erwärmt und die Paraffinpartikel haben sich wieder aufgelöst. Wenn ein Autofahrer es aber eilig hat und er am gleichen Tag fahren will, dann muss der Dieselfilter getauscht werden, erklärt Steger.<BR /><BR />Der ADAC weist auf seiner Homepage darauf hin, dass sich ab 0 Grad die ersten Paraffinpartikel bilden. Winterdiesel enthält Additive, die das Ausflocken des Kraftstoffes und damit die Verstopfung des Kraftstoffsystems verhindern sollen. Eigentlich sollte Dieselkraftstoff in Winterqualität bis minus 20 Grad funktionieren. Aber auch mit so genanntem Winterdiesel sei das Ausflocken teilweise ab minus 7 Grad zu beobachten, schreibt der ADAC auf seiner Homepage.<h3>Soppera: Camper haben häufig dieses Problem</h3>Laut dem Vorsitzenden der Tankstellenpächter im Handels- und Dienstleistungsverband (hds), Walter Soppera, haben in Südtirol häufig auch Camper das Diesel-Problem: In den Weihnachtsferien komme es bei denen oft zu Problemen, berichtet Soppera. <BR /><BR />Was kann man tun? Um sich vor der Verstopfung aufgrund der Kälte zu schützen, kann auch ein Zusatz in den Tank geschüttet werden, erklärt Gerold Steger. Auf 50 Liter Diesel komme ein Viertel Liter an Zusatz hinein. In Südtirols Tankstellen ersetzt Winterdiesel den „normalen“ Diesel in den Monaten von November bis März/April. Winterdiesel wird vor allem in nördlichen Provinzen in Italien angeboten – nur selten auch in südlichen.<h3> Ausflocken auch bei Winterdiesel</h3>Laut dem Service-Leiter des Autohauses Moser in Bruneck, Damian Hopfgartner, ist man als Autofahrer auch mit Winterdiesel bei tiefen Temperaturen nicht vor Problemen sicher. Ein Tank mit wenig Diesel-Treibstoff sei anfälliger für Gefrier-Probleme als ein eher voller Tank. <BR /><BR />Größer als das Risiko, dass der Treibstoff „gefriert“, sei aber, dass der Dieselfilter gefriert – und zwar dann, wenn dieser Filter alt und verschmutzt sei. „Dann fließt der Treibstoff nicht mehr durch den Filter“, erklärt Hopfgartner. Deshalb sei es beim Service zu empfehlen, den Filter mitzuwechseln. Beim Filter zu sparen, sei ein Fehler.<BR /><BR /><BR /><BR />