Samstag, 18. Februar 2017

„Böser Blick“: Frau zahlt Betrügerin 400.000 Euro

Ihre Gutgläubigkeit hat eine Boznerin rund 400.000 Euro gekostet: Das Geld soll eine Frau aus Verona eingesteckt haben. Laut Anklage habe sie der Boznerin vorgegaukelt, dass eine ihr liebe Person mit dem „bösen Blick“ belegt sei.

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Foto: © shutterstock

Der Frau aus Verona wird ein Betrug zur Last gelegt, der sich über knapp 2 Jahre hingezogen haben soll. Erschwerend komme laut Anklage der beträchtliche Vermögensschaden hinzu, den das Opfer erlitten hat. Auch sei die Vorspiegelung falscher Tatsachen begangen worden, indem die Beschuldigte bei ihrem Opfer die Furcht vor einer vermeintlichen Gefahr geweckt und geschürt habe.

Liegt dieser erschwerende Umstand vor, ist laut italienischem Strafgesetzbuch eine Haftstrafe bis zu 5 Jahren vorgesehen.

2013 begann der Betrug

Die mutmaßliche Betrügerin und die Boznerin liefen sich im Spätherbst 2013 über den Weg. Laut Anklage habe die Beschuldigte sofort erkannt, dass sie einen verletzlichen Menschen vor sich hatte und habe dies schamlos ausgenützt. Sie soll die Boznerin „gewarnt“ haben: Jemand habe einen Menschen, der ihr am Herzen liege, mit dem „bösen Blick“ belegt.

Um diese Person zu retten, brauche es vorerst einmal eine größere Geldsumme. Die Beschuldigte soll der Boznerin zugleich aber versichert haben, dass sie das Geld zurückbekommen werde, wenn die Verwünschung aufgehoben sei. In ihrer Gutgläubigkeit händigte die Boznerin der mutmaßlichen Betrügerin die geforderte Summe aus.

Doch die Beschuldigte meldete sich laut Anklage immer wieder und verlangte mehr.

Als sie kein Geld mehr hatte, gab sie ihren Schmuck her

Bis Februar 2015 soll die Boznerin in den Fängen der Frau gewesen sein. Die Geldübergaben fanden in Bozen, Rovereto und Verona statt. Schließlich waren alle Ersparnisse der Boznerin aufgebraucht. Sie gab der Beschuldigten ihren Schmuck und – in Ermangelung anderer Wertgegenstände – sogar noch ihre Federbetten.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt beantragt, gegen die Frau aus Verona das Hauptverfahren zu eröffnen. Der Richter entscheidet darüber bei der Vorverhandlung am 21. März.

rc

stol